wenn die von den Wissenschaftlern prognostizierte Pleitewelle kommt, wird auch Greiz betroffen sein! Die IWA befürchtet deshalb schon Heute massive Steuereinnahmenverluste für die Stadt GReiz in der Zukunft.

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Thüringer Wirtschaft vor Umbruch – Wissenschaftler befürchten Pleitewelle im Herbst

JENA.  Jenaer Wissenschaftler rechnen im Herbst mit schweren strukturellen Verwerfungen in der Thüringer Wirtschaft. Die Erholung werde bis 2023 andauern, sagen die Experten.

Die Thüringer Wirtschaft muss sich auf einen krisenhaften Umbruch einstellen, der lange anhalten könnte, warnen Jenaer Wissenschaftler vom Zentrum für digitale Transformation (ZeTT). Die wirtschaftliche Gesundung werde sich bis ins Jahr 2023 hinziehen, warnt der Arbeits- und Wirtschaftssoziologe, Prof. Klaus Dörre, am Dienstag in Jena. Thüringen werde „schwerwiegende strukturelle Verwerfungen“ erleben und im Herbst könnte eine Pleitewelle drohen. Wobei das Sterben der Betriebe „im Stillen verlaufen wird, weil viele der betroffenen kleinen Firmen keine Öffentlichkeit haben“, ergänzt Klaus Dörre. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog. Die Wissenschaftler haben die Auswirkungen der Corona-Krise auf Thüringer Unternehmen in den vergangen drei Monaten und bis September untersucht. Demnach ist keine Entspannung in Sicht: 40 Prozent der Unternehmen erwarten bis September eine Verschlechterung ihrer Geschäftssituation. Nur 22 rechnen mit einer Verbesserung.

Positivere Aussichten beim Thüringer Baugewerbe und der IT-Branche

Besonders pessimistisch blicke das verarbeitende Gewerbe in die Zukunft. 51 Prozent dieser Unternehmen rechnen damit, dass sich ihre Situation weiter verschlechtern werde, erklärt Thomas Engel. Positiver bewerten die Betriebe des Thüringer Baugewerbes und der IT-Branche ihre Aussichten: Nur 19 beziehungsweise 16 Prozent gehen vom weiteren Absturz aus. Stattdessen blicken 44 beziehungsweise 47 Prozent optimistisch in die nahe Zukunft. Viele der Firmen beklagen einen massiven Umsatzrückgang, anfangs wegen des fehlenden Inlandsgeschäfts, inzwischen aber auch, weil der Außenhandel blockiert ist. Allein im Mai verzeichnete die Auto- und Autozulieferindustrie, immerhin die beschäftigungsstärkste Branche im Land, einen Umsatzeinbruch von 57 Prozent. Die Hersteller von Metallerzeugnissen beklagen laut der Studie einen Rückgang um 43 Prozent im Vergleich zum Mai 2019.

Warnung vor Insolvenzrisiken

Rund 22 Prozent der Unternehmen der einheimischen Metall- und Elektroindustrie planen bis September einen Stellenabbau. 70.600 Beschäftigte in Thüringen befanden sich im Juni in Kurzarbeit. Das seien mehr Menschen, als im Vorjahr in der gesamten Auto- und Autozulieferindustrie des Freistaates beschäftigt waren, betonen die Wissenschaftler. Thomas Engel spricht von einer „stabilen Fragilität“, in der Wirtschaft gestützt von der Kurzarbeit und warnt vor Insolvenzrisiken, wenn die derzeitigen Kurzarbeiterregelungen im September auslaufen. Dann könnte zahlreiche Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit abrutschen.

Prof. Dörre fordert „Köpfchen“ beim Geldausgeben

Die Gefahr einer Insolvenzwelle sieht auch Uwe Laubach, Geschäftsführer der IG-Metall in Eisenach. Wenn ebenfalls ab September das alte Insolvenzrecht wieder in Kraft trete und die Betriebe wieder binnen drei Wochen ihre mögliche Zahlungsunfähigkeit erklären müssten, könnte eine Welle ins rollen kommen. Etwas weniger als die Hälfte der Firmen haben bisher nach Analyse der Wissenschaftler die Krise auch als Chance für Innovationen erkannt. Allerdings seien derzeit nur zwischen 13 und 25 Prozent zu verstärkten Investitionen bereit. Nur im Dienstleistungssektor und der IT-Branche würden die Gelder in den nächsten Monaten in den Aufbau oder die Verbesserung der digitalen Infrastruktur fließen. Er könne sich den „Wumms“ der Thüringer Landesregierung für die Wirtschaft „noch ausgeprägter“ vorstellen, erklärt angesichts des Lageberichts Prof. Dörre. Er hätte gehofft, dass die Regierung stärker den Vorschlägen des Wirtschaftsministers folge. Zugleich fordert er „Köpfchen“ beim Geldausgeben, denn es müssten die Weichen für die Zukunft gestellt werde.

Mutige und unkonventionelle Maßnahmen seien nötig

Zudem spricht er sich für mutige und unkonventionelle Maßnahmen aus, sollte die Corona-Krise im Herbst zurückkehren. Er nennt unter anderem staatliche Beteiligungen an Unternehmen, die für die Entwicklung des Landes wichtig seien. Das ZeTT hat im Januar dieses Jahres eine Arbeit in Jena aufgenommen und ist ein gemeinschaftliches Projekt der Universität Jena, Fachhochschule Jena, des DGB Thüringen, des Instituts der Wirtschaft in Thüringen sowie der Technischen Universität in Ilmenau. Kai Mudra 28.07.2020,

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