Wann schreitet der aufsichtsrat Endlich ein?

Gerade vom Neuling-Aufsichtsrat Christian Tischner (CDU) hätte man erwartet, dass er sich nicht mit der althergebrachten Arbeitsweise des Aufsichtsrats arrangiert, sondern hier tatsächlich tätig wird und Stirn bietet. Aber man hört von ihm nichts, genau so wenig wie von der Landrätin Martina Schweinsburg, oder anderen Aufsichtsratsmitgliedern? Kennt der Aufsichtsrat überhaupt die Vorgänge im Krankenhaus? So langsam darf man ernsthafte Zweifel hegen, denn sonst müsste nach gesundem Menschenverstand doch mal jemand reagieren? Kann man denn alles – insbesondere seltsame Schritte zur Sanierung – nur dem Geschäftsführer widerspruchslos überlassen?

Wäscherei erhebt schwere Vorwürfe gegen Kreiskrankenhaus Greiz!

GREIZ/SCHLEIZ.  Klinik schulde der Textilpflege GmbH Auerbach 50.000 Euro für Arbeiten in Greiz und in Schleiz. Für das Reinigungsunternehmen hat dies drastische Folgen: Ein Drittel der Mitarbeiter sei entlassen worden.

„Eigentlich hatten wir eine gute und enge Geschäftsbeziehung. Wir haben prima zusammengearbeitet“, sagt Uwe Lorenz. Doch der geschäftsführende Gesellschafter der Textilpflege GmbH Auerbach beklagt, dass das Kreiskrankenhaus Greiz nach Weggang der Geschäftsführer Hans-Georg Hunger und Wolfgang Rost „eine dramatische Abwärtsentwicklung“ genommen habe. Dass das Haus in finanzielle Schieflage geraten ist, ist bekannt. Aber „dass ein Teil der angehäuften Schulden nun auf den regionalen Mittelstand abgewälzt werden soll, der unter den Lasten von Corona ohnehin zu kämpfen hat, kann nur noch als kriminell bezeichnet werden“, so Lorenz.

KATJA GRIESER
50.000 Euro Schulden aufgelaufen

Konkret schulde die Kreiskrankenhaus Greiz GmbH mit ihrer Schleizer Tochter der Wäscherei über 50.000 Euro. Die Kommunikation mit der Klinikleitung lasse zu wünschen übrig, der Firmenchef spricht sogar von Funkstille. Auf Mahnungen werde nicht reagiert. „So geht man nicht miteinander um“, findet Uwe Lorenz. Eine von ihm gesetzte Frist sei am 14. Dezember verstrichen. Deshalb hat Uwe Lorenz Konsequenzen gezogen, den Vertrag zum 31. Dezember 2020 gekündigt und einen Anwalt eingeschaltet. „Ich habe das Gefühl, sie haben kein Geld und am Ende sind wir es, die bezahlen müssen. Es ist nicht in Ordnung, dass eine kleine regionale Wäscherei auch noch mitgerissen wird“, ist der Auerbacher verärgert.

„Die Verträge mit der Textilpflege GmbH Auerbach werden abgewickelt. Das Krankenhaus Greiz musste zur Abwehr unklarer Forderungen einen Rechtsbeistand einschalten. Aus Gründen des Datenschutzes sehen wir uns nicht in der Lage, weitere detaillierte Ausführungen zu tätigen“, heißt es auf Nachfrage der Redaktion aus dem Kreiskrankenhaus Greiz. Uwe Lorenz habe gehört, dass die Greizer überlegen, die Stationswäsche künftig im 250 Kilometer entfernten Würzburg reinigen zu lassen anstatt in Auerbach, das 30 Kilometer weit weg ist, wie er kopfschüttelnd erzählt. Dem widerspricht die Greizer Klinik. „Wir können Ihnen bestätigen, dass wir den Anbieter für die Wäscheversorgung und Textilpflege gewechselt und einen neuen Anbieter in Thüringen gefunden haben“, so eine Sprecherin des kommunalen Unternehmens.

Auerbacher Wäscherei muss nun ein Drittel Arbeitsplätze abbauen

Für die Auerbacher Wäscherei habe das Aus der Geschäftsbeziehung mit Greiz und Schleiz weitreichende Konsequenzen. „Das war für uns ein großer Auftrag, nun müssen wir Mitarbeiter abbauen. Das ist wirklich sehr unschön“, bedauert Uwe Lorenz. Von den 60 Mitarbeitern, die hier beschäftigt waren, habe man nun 20 entlassen müssen. „Trauriges Ende einer 28 Jahre währenden erfolgreichen Geschäftsbeziehung“, so der resignierte Kommentar des Wäschereichefs.

Katja Grieser 31.12.2020

https://www.otz.de/regionen/greiz/waescherei-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-kreiskrankenhaus-greiz-id231246750.html

2 Kommentare

  • Brigitta Horlbeck

    Ich finde es unmöglich was in dem Haus und mit dem Haus geschieht. Wozu gibt es eigentlich den Aufsichtsrat. Das ganze kann man nicht verstehen und muß man auch nicht verstehen. Mir tun die Patienten und das Personal leid. Es war mal ein angesehenes Krankenhaus aber jetzt ist es nur noch zum heulen.

  • Michael Ambrosius

    Ja, wenn das Wasser bis zum Hals zu steht… Ganz offensichtlich ist die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat nicht mehr in der Lage das Ruder herum zu reißen. Es kann einem nur leid tun um die Textilpflege in Auerbauch, ich kann bestätigen, wie lange dieses Unternehmen die Geschäftsbeziehungen zum KKH Greiz pflegte. Wenn ein Millionenumsatz nicht mehr das Geld hergibt, um die eigentlich läppischen 50.000 Euro zu bezahlen, dann sollte die KKH Greiz GmbH endlich Insolvenz anmelden. Aber nicht Eigenregie, ein privater Investor muss endlich gesucht werden.

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