Verleihung der Bürgermedaille der Stadt Greiz in Silber in der Stadtratssitzung vom 07.12.2022

In der Laudatio anlässlich der Verleihung der Bürgermedaille der Stadt Greiz in Silber in der Stadtratssitzung vom 07.12.2022 unterstrich der Bürgermeister, Alexander Schulze, dass diese für besondere Verdienste und Leistungen um die Stadt Greiz verliehen werde. Die Erstvergabe 1993 an Max Jung, 16 insgesamt bisher verliehene Medaillen und die letzte Verleihung im Jahr 2012 sind Fakten die die Bedeutung der Ehrung besonders hervorheben, dass es also um eine sehr herausragende Würdigung der Leistungen des Geehrten handelt.

Foto: Foto Jarling GbR

Christiane Lorenz

Das Wort „Vorbild“ beschreibt sie am besten. Mit Hingabe, Leidenschaft und Stimme engagierte sie sich für die musische Erziehung von Kindern und Jugendlichen in Greiz. Viele Jahre war sie fester Bestandteil der Musikschule als Leiterin. Erst durch ihr Wirken kam es zum Aufbau der Gesangsklassen, erreichten ihre Schüler eine hochwertige Qualität, während sie diese bei zahlreichen Auftritten unterstützte und sie am Klavier begleitete. Sie hat sich in die Chronik der Musikschule zum 50jährigen Jubiläum der Musikschule intensiv eingebracht, war Gründungsmitglied beim Greizer Collegium musicum und auch dort über Jahre engagiert. Noch heute lebt sie die Leidenschaft für die Musik, leitet Gesangsgruppen in zwei Greizer Pflegeheimen. Auch ihr politisches Schaffen wurde gewürdigt. So war sie bis 2014 Stadträtin und arbeitete darüber hinaus noch 5 Jahre im Kultur- und Sozialausschuss mit. Ihre Expertise wird hoch geschätzt und mit ihrer herzlichen empathischen Art ist sie eine angenehme Gesprächspartnerin und Beraterin. Sie ist eine enorme Bereicherung für die Stadt und hat stets eine konstruktive Gesprächsatmosphäre vorgelebt.

In ihrer Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Greiz setzte sie einen Notenschlüssel zu ihrer Unterschrift. Ein bleibendes Zeichen ihrer Persönlichkeit, dass sofort Sympathie begründet.

Harald Seidel

Der Mann mit dem weißen Rauschebart ist genau so ein Urgestein dieser Stadt, den man kennen sollte. Mit der Jazz-Band „media nox“ bereicherte er bereits in den 1960iger Jahren die Kulturszene in Greiz. In den Texten finden sich systemkritische Äußerungen, die 1965 zu einem Auftrittsverbot in der DDR führten. Das forcierte sicherlich sein politisches Interesse. Er war aktiv um die friedliche Revolution und unmittelbar nach der Wende Mitbegründer der SPD in der DDR. Als Abgeordneter im Thüringer Landtag von 1990 – 1999 und 2002 – 2004 vertrat er die Interessen des Landkreises Greiz und half mit, zahlreiche Projekte in Gang zu setzen. Ebenfalls agierte er aktiv viele Jahre im Greizer Stadtrat. Seine bereits in den 1960er Jahren geborene Idee, bedeutende Persönlichkeiten nach Greiz zu holen, hat er mit „Prominente im Gespräch“ umgesetzt. Dieses von ihm geschaffene Format ist so einzigartig mit jeweils musikalischer Umrahmung, die das besondere Etwas einer jeden Veranstaltung ist. Kaum jemand schlage seine Einladungen aus. Mit seiner Hartnäckigkeit hat er Greiz in den kulturellen Blickpunkt gerückt. Dafür gebührt ihm unser besonderer Dank.

In seiner bescheidenen Art bedankt er sich bei den Stadträten für ihr Votum zu dieser Auszeichnung und er freut sich, dass an diesem Abend seine Freunde anwesend sind.

Christian Freund

„Jeder kennt ihn als den Mann von der Zeitung“, beginnt der Bürgermeister seine Laudatio. Ja, dass muss man wohl bestätigen, denn schon die Kindergartenkinder kennen ihn als den Fotograf. Er ist ausgebildeter Fotograf mit 40jähriger Berufserfahrung. Er hat das Leben und Treiben dieser Stadt über Jahrzehnte auf künstlerische oder unterhaltende Art abgelichtet. Bereits mit 14 Jahren erarbeitete er eine Dokumentation des Geschehens seiner Heimatstadt. Aus dem Hobby der Fotografie wuchs seine Berufung. Seinerzeit im Kulturbund in Greiz engagiert, betätigt er sich aktiv im Fotoclub Greiz. Dieser Verein ist, durch seine Art mit der er seine Leidenschaft für die Fotografie weitergibt, aufgeblüht. Er engagierte sich in der Presse- und Fotowerkstatt des Theaterherbstes. Wenn der Bürgermeister meint, dass er Worte zum Fotoclub nicht verlieren müsse, ist dies große Wertschätzung nicht nur für Christian Freund. Was zeichnet ihn noch aus? Er ist einer der ersten Adressen in Greiz, wenn es um das Foto geht. Fotos sind ein Großteil seines Schaffens in Greiz. So war er lange Zeit Teil der Pressefamilie. Ab 1980 arbeitete er als Pressefotograf, war Bildreporter bei der Volkswacht und nach der Wende bei der Ostthüringer Zeitung. So begleitete er das Zeitgeschehen, die ersten Demonstrationen im Herbst 1989 und vieles mehr. Bedeutend sei dabei auch der erste Start des heutigen Ehrenbürgers dieser Stadt, Ulf Merbold, in Cape Canaveral gewesen, genauso aber auch die Ausgrabungen am Oberen Schloss, die Dokumentation des Baus der Vogtlandhalle. Durch seine Fotos kann man sehen, wie sich das Gesicht dieser Stadt im Laufe der Zeit verändert hat. Für einen leidenschaftlichen Fotografen gibt es keinen Ruhestand.

Er ist und bleibt für seine Stadt aktiv, leistet Großes. Mit seinen Ausstellungen in Städten rund um die Welt machte er unser Greiz bekannt.

Andrea Jarling, Greiz den 07.12.2022

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