Kreistag: Andrea Jarling fragt nach ob in Anbetracht der Schieflage Entlassungen, die hohe Abfindungen nach sich zögen, nötig gewesen seien.

Unbesetzte Stellen und Fluktuation sorgen für Leistungsabfall im Schleizer Krankenhaus.

GREIZ.  Fortführung der Unternehmenstätigkeit des Schleizer Krankenhauses gefährdet. 40 Vollbeschäftigte wurden im vergangenen Geschäftsjahr gekündigt.

Foto: Conny Winkler/ OTZ Greiz

Die Schleizer Krankenhausgesellschaft schließt das Geschäftsjahr mit einer leicht positiven Bilanzsumme von rund 17,9 Millionen Euro ab. Der Jahresüberschuss beträgt laut Beschlussvorlage des Kreistages rund 512.000 Euro. Aufgrund der Corona-Pandemie seien die Erlöse aus Krankenhausleistungen um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der Rückgang konnte durch Hilfsleistungen des Bundes kompensiert werden.

In einer Sitzung des Aufsichtsrates des Krankenhauses wurde der Geschäftsabschluss durch einen Wirtschaftsprüfer vorgestellt. Im Prüfvermerk sei festgestellt worden, dass sich das Unternehmen in einer sehr angespannten Ertrags- und Liquiditätslage befinde, hieß es in der Beschlussvorlage. Die aufgeführten Gegebenheiten im Jahresabschluss 2020 würden auf wesentliche Unsicherheiten hindeuten. Das werfe bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf. So werde empfohlen, das Sanierungskonzept fortzuführen. Durch die Prüfer sei ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt und die ordnungsgemäße Geschäftsführung festgestellt worden. Rechtsanwältin und Greizer Kreistagsmitglied Andrea Jarling (Iwa-Biz-Bündnis 90/Die Grünen) hatte sich die Mühe gemacht und die Jahresabschlussbilanz im Detail eingesehen. „Im Krankenhaus Schleiz wurden 40 Vollbeschäftigte gekündigt. Für Abfindungen müssen 563.000 Euro aufgewendet werden“, sagte Jarling. Sie frage sich, ob in Anbetracht der Schieflage Entlassungen, die hohe Abfindungen nach sich zögen, nötig gewesen seien. Im Krankenhaus Schleiz ergaben sich durch Umstrukturierungen, Fluktuation und unbesetzte Stellen starke Leistungsrückgänge, hieß es in der Beschlussvorlage. Der Kreistag hat mit 25 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen beschlossen, den Vertreter des Gesellschafters zu ermächtigen, dem Aufsichtsrat der Schleizer Kreiskrankenhausgesellschaft Entlastung zu erteilen.

Conni Winkler; 01.06.2021

https://www.otz.de/regionen/schleiz/aufsichtsrat-der-schleizer-krankenhauses-nicht-entlastet-id232418783.html

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