Greizer Stadtrat: Wiedereröffnung der Geburtsstation des Greizer Krankenhauses gefordert ( Beschlussvorlage der IWA 135/2021)!

Die Beschlussvorlage der IWA 135/2021 zielte auf die Beauftragung des Bürgermeisters, sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dafür einzusetzen, dass die Geburtenstation des Kreiskrankenhauses Greiz – wie eigentlich versprochen – schnellstmöglich wieder eröffnet wird.

Foto : Ralf Jarling

Jens Geißler zählte klar die Fakten auf: Greiz zahlt die höchste Kreis- und Schulumlage und muss daher ein Mitspracherecht haben, wie im Kreis Geld ausgegeben wird. Er nannte Ulf Merbold eine Bezugsperson.

„Wenn man jemandem erkläre, man käme aus Greiz, würde das nur wenigen etwas sagen. Erklärt man hingegen, welche besonderen Persönlichkeiten mit dieser Stadt Greiz verbunden sind, so wird es eben persönlicher. Es kann doch nicht sein, dass es zukünftig keine Greizer mehr gibt. Er mahnt an, dass sich der Stadtrat positionieren  sollte. Greiz war die Stadt der Millionäre, eine blühende Wirtschaftsstadt. Welche Zukunftsaussichten hat denn das Krankenhaus, wenn keine neuen Greizer geboren werden? Wir wollen zudem kein Abbaukonzept. Greiz braucht eine Geburten- und Frauenstation.“ Torsten Röder stimmte zu, dass sich der Stadtrat Greiz klar positionieren solle und forderte alle darunter befindlichen Kreisräte auf, sich für diese Stadt und im Sinne des Erhalts des Krankenhauses, auch mit Kinder-, Geburten- und Frauenstation sich zu einzusetzen. Dr. Mario Dietzel fasste aus seiner beruflichen Sicht zusammen, dass alle leitenden Angestellten über die Situation im Krankenhaus unglücklich seien, denn nunmehr sei auch das Leistungsspektrum geschmälert. Es gäbe aber – an die Eltern gewandt – eine enge Kooperation für Intensivmedizin für Säuglinge mit umliegenden Kliniken. Der Chefarzt, der in Rente gehen will, hat bis zu 15 Bereitschaftsdiensten monatlich geleistet, um die Frauen-/Geburtenstation bis vor Kurzem aufrecht zu erhalten. Hinzu kamen personelle Schwierigkeiten um die Hebammen. 3 übrige Hebammen reichen für die Abdeckung der Dienste in einem Krankenhaus nicht aus. Er versicherte, dass der Geschäftsführer und die Personalabteilung alles täten, um den Betrieb sicher zu gewährleisten. Denn weiterhin ist auch das Kreiskrankenhaus Greiz an den Landeskrankenhausplan gebunden.

Gerade in Greiz geht es um Breitenversorgung und nicht nur um lukrative Krankheitsbilder, weshalb nicht gewinnorientiert und -optimiert, sondern primär auf die Versorgung abgestellt würde. Philipp Wünsch (IWA) -zukünftiger Vater einer voraussichtlich in Werdau geborener Tochter- hat sich gerade deshalb aus Elternsicht mit dem Thema befasst und ihm wurde erklärt, mit den Hebammen wurde nicht hinsichtlich neuer Perspektiven gesprochen, weshalb viele gekündigt hätten und sich beruflich anders orientierten. Hinzukämen die Geburtenrückgänge in Greiz von 40 auf 15 pro Monat, was auf die Schließung der Kinderstation und damit Verunsicherung der Eltern zurückzuführen ist. Jens Geißler (IWA) wies darauf hin, dass man im Kreistag ein „Abwicklungskonzept“ vorgestellt habe, was inakzeptabel sei. Man darf und muss die Forderung aufmachen, dass das Krankenhaus, zu stärken ist. Und wenn es dann einen Zuschuss des Kreises wegen dieser Station brauche, dann müsse man an bisher unangetasteten freiwilligen Aufgaben kürzen.

Alexander Schulze findet die Entwicklung äußerst traurig. Die Trägerschaft liegt aber beim Kreis, weshalb hier der falsche Ort der Diskussion ist. Das zuständige Gremium ist der Kreistag und da muss es hin. Er nähme aber die Position des Stadtrates mit in die Gespräche mit der Geschäftsführung und der Landrätin. Da er mangels Zuständigkeit den Beschluss beanstanden müsste, zog Jens Geißler die Vorlage letztlich zurück.

Andrea Jarling

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