Die Kreistagsfraktion der IWA-BIT-Bündnis90/Die Grünen ist besorgt über den Umgang der Geschäftsleitung mit den Beschäftigten des Kreiskrankenhaus Greiz GmbH.

GREIZ.  Nachgehakt Änderungsverträge sind angeboten worden. Kreisräte sind verärgert.

Blick auf das Verwaltungsgebäude des Kreiskrankenhauses Greiz.
Foto: Tobias Schubert

„Mehreren Krankenschwestern ist in Greiz gekündigt worden“ – mit diesen Worten und der Bitte zu recherchieren, ob das stimmt, hat sich ein Leser an uns gewandt. Wir haben im Kreiskrankenhaus gefragt, was dran ist.

Und es stimmt: Zwei Mitarbeitern wurde gekündigt. Sie hätten, wie elf andere Krankenschwestern beziehungsweise -pfleger sowie ein Teamleiter zuvor Änderungsverträge angeboten bekommen, heißt es seitens der Klinik. Zwei Mitarbeiter hätten sich dagegen entschieden, weshalb ihnen nun gekündigt wurde. Als Grund werden veränderte Strukturen angegeben, weshalb der „ursprünglich vereinbarte Tätigkeitsrahmen nicht mehr zur Verfügung steht“. Über die Hälfte der anderen Mitarbeiter hingegen hätten die Änderungsverträge bereits unterschrieben, mit den anderen sei man derzeit im Gespräch.

Neue Führungsstruktur

Am 1. Juli habe man eine neue stationäre Führungsstruktur im pflegerischen Bereich eingeführt. Dadurch hätten sich Veränderungen für die Führungskräfte der einzelnen Stationen ergeben: Nun würden drei stationsübergreifende Bereichsleitungen die Aufgaben der Stationsleiter und deren Stellvertretern übernehmen. Damit entfalle deren bisheriger Aufgabenbereich.Mit der neuen Führungsstruktur sollen Aufgabenbereiche gebündelt und die organisatorischen Prozesse verbessert werden, heißt es aus dem Kreiskrankenhaus. Die neuen Bereichsleitungen könnten Informationen und Erkenntnisse nun stationsübergreifend verarbeiten und die zur Verfügung stehenden Ressourcen an den Bedarf des entsprechenden Fachbereichs und des gesamten Krankenhauses anpassen.

Kreisräte verärgert über Umgang

Der Umgang mit den Mitarbeitern stößt der Kreistagsfraktion Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit (IWA)/Bürgerinitiative für sozialverträgliche Abgaben und Leistungsgerechtigkeit in Zeulenroda und Umgebung (BIZ)/Grüne sauer auf. „Vor Kurzem waren die Mitarbeiter noch die Helden bei der Bewältigung der Coronakrise und jetzt sollen sie Gehaltskürzungen und Erhöhungen ihrer Parkplatzgebühren erhalten oder gar outgesourct werden (Radiologie)“, heißt es in einer Presseerklärung der Fraktion. Die Kreistagsmitglieder von IWA, BIZ und Grüne glauben nicht, dass ein fundamentiertes Konzept zur Privatisierung der Radiologie vorliege und mutmaßen, dass lediglich auf einen kurzfristigen Erfolg durch den Verkauf der Abteilung abgezielt werde. Und sie warnen, dass damit die Klinik ein wichtiges Standbein verlieren werde. Ärgerlich finden es die Kreisräte zudem, dass sie in der jüngsten Sitzung zwar über mögliche Sanierungsschritte informiert worden seien, allerdings kein Mitspracherecht hätten. Das obliege dem Aufsichtsrat, habe es geheißen. „Wir haben arge Bedenken, dass die jetzige Verfahrensweise mit den Mitarbeitern zur Handlungsunfähigkeit des Krankenhauses führt und eventuelle Abfindungskosten nach sich zieht, die nicht eingeplant sind“, heißt es in der Mitteilung weiter. Keine Konsequenzen gezogen Die Fraktion verweist in ihrem Schreiben mit Blick auf die Jahre 2017, 2018 und 2019 darauf, dass die kommunale Klinik bereits Verluste in Höhe von 6,5 Millionen Euro eingefahren habe und „keiner der Verantwortlichen Konsequenzen aus diesen Verlusten gezogen hat“. Und nun müssten die Mitarbeiter für Fehlentscheidungen büßen, meinen sie.

https://www.otz.de/regionen/greiz/zwei-klinikmitarbeitern-gekuendigt-id229473052.html

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