Aus dem Stadtrat: Schönes, barrierefreies Wohnen zu sozialen Preisen in der Seniorenresidenz in Greiz!

Beteiligungsberichte GSP und Seniorenwohnanlage Neumühle Der Beteiligungsbericht der Greizer Senioren- und Pflegeheim gGmbH für 2020 wies mit einem Jahresergebnis von 569 T €  zu 374T € im Vorjahr ein deutlich positiveres Ergebnis aus.

Seniorenresidenz Greiz / Foto Jarling GbR

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, wie z.B. des zuspitzenden Fachkräftemangels, Nutzung von Angeboten der ambulanten Pflege potentieller pflegebedürftiger Bürger und die zunehmende Anzahl von Tagespflegen als Konkurrenzsituation musste der Geschäftsverlauf als deutlich positiv eingeschätzt werden. Die Gesamtbelegung von 76 Betten  brachte eine Auslastung von 95 %. Positive Pflegesatzverhandlungen führten zur zweiten Stufe des hausinternen Gehaltsstrukturplanes zur schrittweisen Anpassung an den TVöD. Die Tagesstätte des psychosozialen Zentrums war von coronabedingten Schließungen betroffen und wirkte sich auf die Ertragssituation eher negativ aus, weil das Personal dennoch vorgehalten werden musste.

Auf Nachfrage erklärte die Geschäftsführerin Ina Wasilkowski, dass aus Brandschutzgründen viele Doppelzimmer zu Einzelzimmern reduziert wurden, Doppelzimmer nicht mehr zeitgemäß seien. Aber es ist kein Trend zum Bettenabbau, was man an der hohen Auslastung sehe und es gäbe aktuell Wartelisten auf einen Pflegeheimplatz.

Torsten Röder (AfD) sprach im Namen aller Stadträte der gesamten Mannschaft der GSP ein großes Kompliment zu dem Betriebsergebnis aus und würdigte diese Leistungen vor dem Hintergrund der Pandemie. „Ein sehr hoher Auslastungsgrad von 93 %, Wartelisten – was könnte man ausbauen? Ist die Grenze die Frage des Personals?“ Frau Wasilkowski erklärte hierzu den Stadträten, dass immer wieder Leerstände entstehen. Nach dem Tod von Patienten steht nicht gleich der Nächste in der Tür, sondern es müssen entsprechende Vorbereitungen, ggf. auch Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Es wurde ein Erweiterungsbau in Pohlitz geprüft. Die Kostenproblematik und die stark gestiegenen Baukosten, die letztlich alle auf Bewohner umgelegt werden müssen, haben dazu geführt, davon zunächst Abstand zu nehmen. Sie berichtete von neu errichteten Pflegeheimen, die wegen Personalmangels nicht mit der Arbeit beginnen können. Und Corona spitze diesen Aspekt weiter zu. Die Frage sei, ob man die dünne Personaldecke überhaupt noch halten kann. Sie erklärt aber, dass immer 2- 3 Kräfte mehr als der notwendige Personalschlüssel es verlange, vorgehalten werden. Gegenwärtig mache sie mehr Katastrophenmanagement als Geschäftsführung.

Holger Steiniger (Die LINKE) fragte nach den Fortschritten in der Auslastung der Seniorenresidenz in Irchwitz (Hintergrund ist, dass die toll sanierten, barrierefreien Wohnungen seit Monaten leer stehen.), nach möglichen Nasszellen im oberen Bereich des Pflegeheims Anna Seghers und nach einer zukünftigen Sanierung. „Beim betreuten Wohnen in der Seniorenresidenz sind wir nicht untätig. Es gibt z.B. Aushänge bei der Sparkasse. Wir haben es mit verschiedenen Handicaps zu tun. Die Bewohner müssen älter als 75 Jahre alt sein oder einen Pflegegrad aufweisen, es gibt zum Objekt keine Busanbindung, es verfügt nicht über eine innerstädtische Lage. Die Praxis bestätigt, dass die Wohnungen nicht für die Zielgruppe vermittelbar sind. Es hat harte Diskussionen mit dem Finanzamt gegeben. Auf komplexe Anfragen bekomme ich keine verbindlichen Auskünfte, ggf. müsste man im Streitfall den Rechtsweg nutzen. Allerdings könnten wir 1/3 der 7 Wohnungen nicht satzungsgemäß vermieten. Zur Sanierung des Pflegeheims „Anna Seghers“ liegt eine Machbarkeitsstudie vor, die dem Stadtrat noch umfassend vorgestellt werden soll. So dann muss die weitere Vorgehensweise festgelegt werden.“

Torsten Röder wies abschließend auf die heißen Diskussionen zum Abriss Turnhalle Pohlitz hin und wollte den aktuellen Stand dazu wissen. Die Geschäftsführerin erklärte, dass dieses Thema hinreichend diskutiert und besprochen worden ist. Die Turnhalle ist nicht nur wegen des Pflegeheims abgerissen worden, es gab auch andere Gründe. Es sollte dort für die Stadt etwas Sinnvolles entstehen, aber es musste festgestellt werden, dass die Kostenentwicklung den Rahmen sprengt. Dazu kommt die Personalsituation, so dass man das Projekt erst einmal auf Eis gelegt habe. Auch das „Anna Seghers“ kann nicht weiter betrieben werden ohne Veränderungen. Jedes Bewohnerzimmer muss mit eigener Nasszelle versehen werden, was für die weitere perspektivische Nutzung wichtig sei.

Die Seniorenwohnanlage Neumühle/E. GmbH ist seit 01.01.2020 Bestandteil der städtischen Unternehmen durch die Eingemeindung. „Betreutes Wohnen“ und „Ambulante Pflege“ werden seit 01.07.1999 angeboten. Der Schwerpunkt lag bei der Vermietung von 24 barrierefreien Wohnungen, der Betreuung und ambulanten Pflege der Bewohner und hilfsbedürftiger Bürger im Umkreis. Bei einer Auslastung der Mietwohnungen mit 97 % gab es praktisch keinen Leerstand. Im Pflege- und Betreuungsbereich wurde trotz Corona eine Umsatzsteigerung erreicht. Auch hier gab es eine Erhöhung des Punktwertes durch Pflegesatzverhandlungen. Auch bei Essen auf Rädern konnte ein Zuwachs verzeichnet werden. Insgesamt wurde ein Jahresüberschuss von 46.807,12 € erwirtschaftet. Dieser Bericht führte zu keinen weiteren Nachfragen der Stadträte. Auch hier kann man dem 39köpfigen Team nur Achtung und Anerkennung für die geleistete Arbeit zollen!

IWA Greiz / Andrea Jarling/ 13.12.2021

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