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In Greiz wird nach Bestattungsalternativen wegen neuer Friedhofsgebühren gesucht

In einer Gesprächsrunde, zu der die IWA-Stadtratsfraktion eingeladen hatte, berichten Bestatter über die Empörung der Bürger.
Friedhof-Fotolia 64885760 XS copyrightGreiz. "Seit in der OTZ gestanden hat, wie hoch die neuen Friedhofsgebühren sein werden, stand das Telefon bei uns kaum still", berichtet Sven Heisig. Der Obermeister der Bestatter-Innung Ostthüringen weiß, wie wütend die Greizer sind, weil die Erhöhung der Gebühren teils um ein Vielfaches mit CDU-SPD-Mehrheit beschlossen wurden. "Bei uns sind bereits mehrere Anfragen eingegangen, welche Ausweichmöglichkeiten es zu einer Bestattung in Greiz gibt", berichtet Jörg Hecker von Antea. Das Bestattungsunternehmen wiederum überlege bereits, eine eigene Trauerhalle einzurichten, "um dem Wahnsinn entgegen zu wirken", so Hecker.

Maja Bergner von Antea findet es sehr schade, dass Menschen, die ihr Leben lang schwer gearbeitet und Geld für ihre Beerdigung zurückgelegt haben, nun plötzlich feststellen müssen, dass es nicht reicht. Die Bestatter hatten am Montagabend den Wunsch der Stadtratsfraktion Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit erfüllt und die Reaktionen der Greizer auf die neue Gebührensatzung Auskunft wiedergegeben. Eingeladen waren dazu alle Fraktionschefs sowie -mitglieder des Greizer Stadtrats, neben IWA-Räten waren Harald Jatho (SPD) und (Linke) gekommen, ein Vertreter der CDU jedoch nicht.

Besuch auf Friedhof angeboten

Verärgert waren die oppositionellen Ratsmitglieder vor allem über die Vorgehensweise. Steiniger sprach vom Versteckspiel und davon, dass "wir uns überfahren fühlen". Hintergrund ist, dass bereits im Herbst eine neue Gebührensatzung auf der Tagesordnung stand, die abgelehnt wurde. Die nun beschlossene unterscheidet sich von der ersten Variante erheblich. Während die Opposition findet, dass darüber nicht diskutiert wurde, entgegnete Jatho, dass dazu im Ausschuss offenbar kein Bedarf bestanden habe. Der SPD-Fraktionschef räumte ein, dass es ihm "eiskalt den Rücken runtergelaufen" sei, als er die neuen Gebühren gesehen habe. Er wies aber darauf hin, dass die Erhöhung überfällig gewesen sei und die Stadt nicht weiter jährlich 300 000 Euro für den Erhalt der Friedhöfe zuschießen könne. Diesen Betrag stellt Sven Heisig in Frage, vor allem die angeführten hohen Personalkosten kommen ihm merkwürdig vor, zumal es ja nicht einmal zwei städtische Vollzeitstellen für den Friedhof gebe. Allerdings beschäftigt ihn vielmehr die Frage: "Wie will man die neuen Gebühren den Angehörigen erklären?" Der Bestatter hat ein paar Beispiele durchgerechnet. So werden für Aufbahrung mit Trauerfeier auf dem Hauptfriedhof - ohne Bestatterleistung und Blumen - bald 704 Euro fällig, bislang waren es 229. Eine Aufbahrung mit Trauerfeier und Beerdigung in einem Doppelgrab kostet künftig - ohne Bestatterleistung, Blumen, Steinmetz - 5757 Euro, derzeit sind es 1196"Euro. Für die Aufbahrung mit Trauerfeier am Sarg und Beisetzung in einem Urnengrab werden bald 1907 Euro fällig, bisher 553 Euro. Auch hier kommen noch Kosten für Bestatter, Blumen, Steinmetz hinzu. "Ich bitte inständig, noch mal darüber nachzudenken", so Sven Heisig, vor allem mit Blick auf die Friedhöfe der Stadt in Gommla, Kurtschau und Raasdorf, für deren Trauerhallen die gleichen Gebühren verlangt werden. "Die sind aber in einem so desolaten Zustand, da schieben wir ja nicht mal einen Rasenmäher rein", sagt der Innungsobermeister, der damit rechnet, dass bald bedeutend mehr Angehörige auf Bestattungskostenbeihilfe angewiesen sein werden. Harald Jatho versprach, das Gespräch mit Bürgermeister (SPD) zu suchen. IWA-Fraktionschef hofft, nun zumindest die Veröffentlichung verhindern zu können und noch einmal über die Satzung zu sprechen. Sven Heisig lud interessierte Stadträte zu einer Ortsbegehung auf dem Friedhof ein.

Katja Grieser / 25.03.15 / OTZ

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07973 Greiz

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E-Mail: info@iwa-greiz.de

 

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