Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Schließung Schule Cossengrün

Greizer Kreistag hat Entscheidung zum Erhalt der Grundschule Cossengrün vertagt

Greizer Kreistag verweist Causa Cossengrün mehrheitlich in den Ausschuss für Schule, Kultur und Sport zurück. Oberland-Bewohner hätten in der Sitzung in Weida gern ein Ja für den Schulstandort gesehen.

 

Greiz-Cossengrün. Wieder hoffnungsvoll waren Cossengrüner am Mittwochabend mit dem Sonderbus zur Sitzung des Greizer Kreistages nach Weida gefahren, wieder enttäuscht fuhren sie zurück. Denn die möglichst langfristige Perspektive für die Grundschule Ferdinand Haußmann in Cossengrün, die sie vom regionalen Parlament erwartet hatten, wurde ihnen nicht aufgezeigt.
Vielmehr landete ein Antrag der Linken und von IWA/BIZ/Grünen mit dem Betreff "Erhalt der Grundschule" nach einigen Grundsatzreden im Kreistags-Ausschuss für Schule, Kultur und Sport, damit weit weg von irgendeiner Entscheidung im Sinne der Cossengrüner. Die Rand-Greizer hätten gern ein zumindest mehrheitliches Ja für die Initiative der Kreistags­opposition gesehen, wonach die Schule in den Sommerferien mit Geldern aus der Rücklage des Landkreises ertüchtigt wird, so dass dort ab Herbst wieder normal unterrichtet werden kann.
"Jeder Abgeordnete sollte bei der Abstimmung nur seinem Gewissen verpflichtet sein", appellierte Jens Geißler (IWA/BIZ/Grüne) aus Greiz. "Die Bürger der Gemeinden fühlen sich betrogen, wenn man erst Ver­sprechungen macht und dann Schließungen anstehen. Die anwesenden Bürgermeister müssten doch bei dieser Ver­fahrensweise alle aufschreien."
Dirk Bergner (FDP), Bürgermeister von Hohenleuben, schrie zwar nicht, stellte aber in den Raum, dass es nicht so weit gekommen wäre, hätte man das Vogtländische Oberland nicht aufgeteilt. Den auf Greizer Seite ausgemachten "Krokodilstränen" setzte er nicht nur den Luther-Spruch "Auf fremdem Arsch lässt sichs gut durchs Feuer reiten" entgegen, sondern auch den Vorschlag, dass die Stadt doch die Trägerschaft übernehmen möge, wenn sie es denn ernst meine mit dem Erhalt der Grundschule.
Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) erinnerte dann einerseits daran, dass sie sich zum vorläufigen Erhalt der Ferdinand-Haußmann-Schule bis zum Ende des Schuljahres 2014/2015 bekannt habe. An­dererseits war sie der Meinung, dass es für eine "vernünftige Schulnetzplanung" kontraproduktiv sei, jetzt "Schnellschüsse" abzufeuern. Und so beantragte sie die Verweisung des Oppositions-Begehrens in den Kreistags-Schulausschuss.
Nicht nur die Liberalen fanden das in Ordnung, sondern auch Wolfgang Gündel, sowohl im Namen seiner SPD-Fraktion, als auch in seiner Eigenschaft als Chef des Schulausschusses. Dieser müsse sich ein "klareres Bild" von der Situation machen. Nach seiner letzten Befassung mit dem Thema, im Herbst, war der Schulausschuss jedenfalls mehrheitlich der Meinung, dass die Cossengrüner Einrichtung dicht gemacht werden sollte.
Nachdem dann Holger Steiniger (Linke) vergeblich versucht hatte, eine fünfminütige Beratungspause zu erzwingen, wurden Stimmen gezählt: 24"Mitglieder des Kreistages schickte die Causa Cossengrün in den Schulausschuss, nur 16"hätten gern sofort Klarheit für das Dorf und seine Umgebung geschaffen.
"Für die Schule wäre es sehr wichtig gewesen, jetzt zu sagen, dass im Sommer gebaut wird", kommentierte Schulleiter Peter Heider die Entscheidung. Diese sei ein Signal für Abwanderung junger Familien aus dem Greizer Oberland, urteilte eine ältere Dame noch vor dem Sitzungssaal in der Osterburgstadt. Ihr und den anderen Cossengrünern, die in gedämpfter Stimmung die Lage analysierten, empfahl der Weidaer Bürgermeister Werner Beyer (parteilos): "Sucht euch doch einen freien Träger!" Ein älterer Herr will den Kampf um den Schulstandort jedenfalls noch nicht auf­geben - damit die Senioren nicht allein bleiben im Dorf.
Marius Koity / 28.02.14 / OTZ

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