Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

OTZ: Jens Geißler war Gast der 250. Folge der Reihe „Prominente im Gespräch“

Der Greizer Unternehmer und Chef der Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit Jens Geißler war Gast der 250. Folge der Reihe, um über die „Wichtigkeit und soziale Rolle der Wirtschaft in der Region" zu referieren.
Geschenk zur 250. Folge Prominente im Gespräch: Jens Geißler (l.) überreicht Harald Seidel eine Kupferarbeit des Greizers René Berger. Foto: Karsten Schaarschmidt
Geschenk zur 250. Folge Prominente im Gespräch: Jens Geißler (l.) überreicht Harald Seidel eine Kupferarbeit des Greizers René Berger. Foto: Karsten Schaarschmidt

Greiz. Was andernorts zur Selbstverständlichkeit einer demokratischen Gesprächskultur gehört, führt in Greiz bisweilen zum Affront. Als Harald Seidel den örtlichen Oppositionsführer Jens Geißler zu Prominente im Gespräch einlud, löste dies an mancher Stelle eruptive Verstörungen aus. Gegenwärtig darf Seidel mit zum Promi-Talk eingeladenen Politikern keine städtischen Räumlichkeiten nutzen, und die Ankündigung seiner Veranstaltungen im Amtsblatt bleibt ihm vorerst ebenfalls verwehrt.

Auch diese beiden Punkte sprachen Gastgeber und Gast am Donnerstag in der Greizer Parkgaststätte vor rund 70 Zuhörern an – obwohl sie es eigentlich nicht wollten.

„Prominente im Gespräch ist keine Parteiveranstaltung", sagte Seidel zu Beginn. Das Parteibuch sei unwichtig, Voraussetzung, um eingeladen zu werden, sei allerdings: „Es müssen Demokraten sein." Vor allem liege Seidel daran, miteinander zu sprechen. „Man muss ja nicht immer einer Meinung sein", so der Mitbegründer der Ost-SPD.

Rückblick auf die Zeit als jüngster Landrat
In jene Zeit nach der politischen Wende in Greiz verschlug es zunächst auch Jens Geißler. Er berichtete über seine ersten Schritte in die Selbstständigkeit und die Gründung seiner heute circa 130 Mitarbeiter zählenden Orcom-Unternehmensgruppe, deren Geschäftsführer er ist. Und ebenso sprach er über seine Zeit als damals jüngster Landrat Thüringens, wie er in dieser Funktion die Gründung der nunmehr renommierten Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach mit angeschoben hat, wie er um den Kreisstadttitel für Greiz kämpfte oder wie er den Niedergang des Webereistandortes miterleben musste, weil die Treuhand mit dem Verkauf der Greika an die Inder eine „Sauerei in Potenz" veranstaltete. Viele Fehler seien in diesen Jahren im Großen wie im Kleinem gemacht worden, unter denen die Stadt heute noch leide, ist Geißler überzeugt. Größtes Manko sei aus seiner Sicht, dass Greiz keine Gewerbeflächen besitze. Ein wichtiges Anliegen für ihn sei daher, „schnellstens eine Städtepartnerschaft mit Reichenbach" zu schließen, um die Region gemeinsam zu entwickeln und Greiz vom Wirtschaftsstandort der Nachbarstadt mit profitieren zu lassen.

Dennoch, die klaren Visionen und Alternativen für eine leuchtende Greizer Zukunft blieb auch Geißler schuldig. Und dass die Erhöhung von Gewerbe- und Grundsteuern nicht zu Mehreinnahmen der Kommune führe, ist gleichfalls kaum mehr als eine Binsenweisheit. Manche Anmerkung war gar widersprüchlich, wenn Geißler zum Beispiel die Elstertrasse als verpasste Chance darstellte, mit der die Greizer Neustadt hätte industriell erschlossen werden könne, und im nächsten Satz das am dortigen Elsterufer ausgeschriebene Bauland belächelte, weil doch keiner sein Eigenheim in einem hochwassergefährdeten Gebiet bauen würde.

In der Diskussion mit den Gästen, unter denen, was sowohl Seidel als auch Geißler kritisierten, außer dem Linken-Stadtrat Holger Steiniger und IWA-Vertretern kein weiterer Regionalpolitiker war, wurde die Stimmung wahrlich hitzig. Neben Richtigem und Wichtigem, wie einer besseren infrastrukturellen Anbindung der Stadt, vermengten die Redner zuweilen die Zuständigkeiten oder ereiferten sich in Wutreden auf alles und jeden, sodass wohl selbst Visionären, nach denen mehrmals gerufen wurde, angst und bange geworden wäre.

Trotzdem, der Abend war wichtig, um überhaupt wieder ins Gespräch zu kommen, wie auch Steiniger sagte. „Wir müssen gemeinsam in die Zukunft schauen", so der Linken-Politiker und legte die Betonung auf „gemeinsam". Übrigens, auf Gemeinsamkeit in der kommenden Sitzung des Greizer Stadtrats hofft Geißler ebenfalls. Dann will die IWA einen Antrag einbringen, dass Prominente im Gespräch eine städtische Reihe ist und Harald Seidel alle Gäste auch wieder in städtischen Räumlichkeiten begrüßen darf.

Quelle: Karsten Schaarschmidt / 30.01.16 / OTZ

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