Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Greizer Bauhofleiter: Kein Geld, zu viel Arbeit und zu wenig Leute

Mit Winterdienst und Grünpflege sind die Cossengrüner, Hohndorfer und Schönbacher nach der Eingemeindung nach Greiz nicht zufrieden. Bauhof-Chef Bodo Scheffel erklärt, wie die Arbeit organisiert wird.

Das Geld das dem Bauhof für die Arbeiten zur Verfügung steht, ist knapp. Foto: Franziska Kraufmann/dpa Das Geld das dem Bauhof für die Arbeiten zur Verfügung steht, ist knapp. Foto: Franziska Kraufmann/dpa
Greiz-Cossengrün. „Wir fahren am oberen Limit“, räumt Bodo Scheffel ein.
Auf Einladung war der Greizer Bauhofleiter zur jüngsten Ortsteilratssitzung nach Cossengrün gefahren und hatte dort unter anderem über Aufgaben und Personalsituation in diesem Bereich berichtet. Die Einwohner der 2013 nach Greiz eingemeindeten Orte Cossengrün, Hohndorf und Schönbach sind mit der Pflege der Grünflächen und dem Winterdienst nicht so recht zufrieden und haben das Gespräch gesucht.

24 Festangestellte im Greizer Bauhof

Mit Schrecken erinnern sich die Bewohner des Greizer Ortsteils an vorigen Sommer, als das Gras teils 1,50 Meter hoch gestanden hat. Ortsteilbürgermeister Alexander Schulze (parteilos) hatte das als Beweis im Bild festgehalten. Froh sind die Cossengrüner zudem, dass die letzten beiden Winter nicht so hart waren, denn dann, sind sie überzeugt, hätte es in den Dörfern fernab der Kernstadt massive Probleme auf den Straßen gegeben. Zunächst einmal sprach Bodo Scheffel über Struktur und Aufgaben des Bauhofs, die beim Säubern von Straßeneinläufen beginnen und beim Winterdienst enden. 24 Festangestellte gibt es beim Bauhof, bis zu 40 Praktikanten, Ein-Euro-Jobber, aber auch Straftäter, die gemeinnützige Stunden zu leisten haben, kommen hinzu. Da sich Greiz in der vorläufigen Haushaltsführung befindet, ist es derzeit nicht möglich, Aufträge für Grünpflegearbeiten an Fremdfirmen zu vergeben. Bedenkt man die Größe des Stadtgebiets, Aufgaben und personelle Situation, kamen die Zuhörer schnell zu dem Schluss: „Wir haben also zu wenig Leute für zu viel Arbeit. Und Geld ist auch keins da.“ Bodo Scheffel erklärte, dass von Seiten des Bauhofs geschaut werden müsse, was „prioritär wichtig“ sei. Oben auf der Liste stehen die Straßen, „die müssen funktionieren“, so Scheffel und räumt ein, dass die Personaldecke sehr dünn ist. In punkto Bauhof-Unterstützung sagte er den Eingemeindeten: „Ich will hier keinem was vormachen, mehr wird es nicht werden.“ Wie der Bauhofchef sagte, sei sein Team auch auf Hinweise angewiesen. Wer etwas entdeckt hat, könne einen Mängelschein ausfüllen und an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schicken. Im Gespräch wurde deutlich, dass es für die Jung-Greizer in den letzten gut zwei Jahren nicht immer leicht gewesen sei, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Weshalb, so fragen sie, konnten die drei Bauhof-Mitarbeiter aus dem ehemaligen Vogtländischen Oberland, die nun in Greiz arbeiten, nicht in den Dörfern bleiben? Das sei schwierig, vor allem dann, wenn einer der Mitarbeiter vertreten werden müsse. Deshalb seien sie ins Bauhofteam eingegliedert worden und sind nun im gesamten Stadtgebiet unterwegs.

Spendenaktion im Gespräch

Enttäuscht war Ronny Steudel aus Hohndorf, dass eine Dorfverschönerungsaktion, für die er Jugendliche zum Mitmachen gewinnen konnte, an zwei Eimern Farbe gescheitert sei. Da habe man auf Unterstützung der Stadt gehofft – vergeblich. „Greiz hat doch Geld für die Eingemeindung bekommen“, war in Cossengrün zu hören. Schon allein deshalb wünschen sich die Bewohner der Neu-Greizer Orte mehr Beachtung. Kita-Leiterin Petra Sachs ist traurig, dass das Spielgerät, das vor zwei Jahren gewonnen wurde, noch immer nicht in Hohndorf aufgebaut worden ist. Das liege am benötigten Fallschutz, so Scheffel. Um den zu finanzieren – es handele sich wohl um 24 Quadratmeter –, wurde eine Spendenaktion ins Gespräch gebracht. Über Unterstützung von Seiten der Bürger freut sich der Bauhofleiter, wie er betont: „Wir sind dankbar für jeden, der mit Hand anlegt.“
Katja Grieser / 23.04.15 / OTZ

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