Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Greiz-Frust bei Fensterbauer Finstral

Das Unternehmen hat ursprüngliche Pläne für den Standort erst einmal auf Eis gelegt, weil es bereits mehrfach in der Vergangenheit zu Problemen bei Genehmigungen gekommen ist.
Finstral

Von Katja Grieser
Greiz. "Manchmal kommen wir uns vor, als würden wir mit unseren Vorhaben jemandem schaden wollen" - Uwe Tietze versteht die Welt nicht mehr. Der Werksleiter von Finstral hat in den zwölf Jahren, die er in Greiz ist, Dinge erlebt, die ihn annehmen lassen, das Unternehmen sei in der Stadt nicht erwünscht.

Aktueller Fall ist ein großes Regal, das die Firma zu Lagerzwecken auf dem betriebseigenen Gelände aufstellen wollte. Eine Nachfrage beim Landratsamt habe ergeben, dass dafür keine Baugenehmigung erforderlich sei. Also baute Finstral, investierte nach eigenen Angaben 20 000 Euro. Doch dann ging der Ärger los. Das Regal, dessen Standort mittels GPS, also dem Navigationssatellitensystem, eingemessen wurde, hätte 40 Zentimeter zu nah am Nachbargrundstück gestanden. Das habe man beim Blick in die Katasteramtsunterlagen bemerkt. Dem Unternehmen wurde die Nutzung untersagt.
Auf Nachfrage beim Landratsamt Greiz hieß es, dass das Regal, das Finstral gebaut hat, nichts mit dem zu tun gehabt habe, über das anfangs gesprochen wurde. Verständigt habe man sich über eine Lagermöglichkeit, für die tatsächlich kein Antrag nötig gewesen wäre. Für das dann aber errichtete Regal habe das nicht zugetroffen. Finstral durfte es also nicht mehr benutzen. "Dann hat ein Mitarbeiter aus Versehen etwas drunter gestellt und wir mussten 500 Euro Strafe zahlen", erzählt Tietze. Was ihn jedoch noch viel mehr ärgert, ist eine andere Folge des Nutzungsverbots.
Das Regal wurde ja nicht zum Spaß aufgestellt, sondern weil es gebraucht wurde. Nachdem die Nutzung untersagt wurde, musste neuer Lagerraum her. Ein größerer Raum, in dem bis dato produziert wurde, ist nun Lager. Damit fiel die dortige Produktion weg und wurde an einen anderen Finstral-Standort verlegt. Folge: Acht Mitarbeiter waren zu viel, nur drei von ihnen konnten an anderen Stellen im Unternehmen weiter beschäftigt werden. "Fünf Arbeitsplätze sind also komplett weggefallen", ärgert sich Tietze, der bei einem Betriebsrundgang vor wenigen Tagen einige Stadtrats- und Kreistagsabgeordnete von Die Linke und Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit über die für den Greizer Standort negative Entwicklung informierte.
Bereits in der Vergangenheit hatte das Unternehmen in Greiz Schwierigkeiten, unter anderem auch Streit mit einer Nachbarin. Drei Jahre hat es zudem gedauert, bis Finstral die Baugenehmigung für eine Logistikhalle bekommen hat. In dieser Zeit sei in einer Halle an einem anderen Finstral-Standort bereits zwei Jahre produziert worden, macht Tietze den Unterschied deutlich.
Als die Halle in Greiz endlich stand, habe sich schnell herausgestellt, dass sie nicht ausreicht. Das Unternehmen plante einen Anbau. Mittlerweile nehme die Firmenleitung von diesem Vorhaben wie von weiteren Plänen, die es für den Standort Greiz gegeben habe, Abstand, bedauert der Werksleiter.
Vorsätzlichkeit und gar Boshaftigkeit will Uwe Tietze keinem unterstellen, ärgerlich seien die Vorfälle der letzten Jahre aber dennoch.

Katja Grieserüber ein Gefühl, Gesetze und Genehmigungen

Quelle: OTZ 

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