Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Neue Gebührensatzung: Bestattung wird in Greiz zur Großinvestition

Wer seine Angehörigen künftig in Greiz beisetzen lassen möchte, muss sehr tief in die Tasche greifen. Sven Heisig, Obermeister der Bestatter-Innung, nennt die neue Gebührensatzung Räuberei.

Bild 1: Bestatter Sven Heisig zeigt Greizer Lessing-Regelschülern seine Werkstatt, in der Särge für die Bestattung bearbeitet werden. Im Rahmen der Berufsvorbereitung informierten sich Schüler der 7. bis 9."Klassen über die Arbeit eines Bestatters. Foto: Katja Grieser
Bild: Bestatter Sven Heisig zeigt Greizer Lessing-Regelschülern seine Werkstatt, in der Särge für die Bestattung bearbeitet werden. Im Rahmen der Berufsvorbereitung informierten sich Schüler der 7. bis 9."Klassen über die Arbeit eines Bestatters. Foto: Katja Grieser

Greiz. Kaum diskutiert wurde in der jüngsten Greizer Stadtratssitzung über die neue Friedhofsgebührensatzung.

Nachdem im ersten Anlauf vor ein paar Monaten die Änderung vom Stadtrat abgelehnt wurde, habe Bürgermeister (SPD) die Satzung der Kommunalaufsicht zur Prüfung vorgelegt, erläuterte er. Deren Hinweise seien eingearbeitet worden, und zwar in zwölf Punkten, so das Stadtoberhaupt. (Linke) merkte an, dass die Greizer ein Recht darauf hätten, dass die Gebühren auch für den Friedhof verwendet werden. Was sie aber bislang im Stadtrat gelernt habe - Jarling ist erst seit vorigem Jahr Mitglied -, lasse sie daran zweifeln. Sie fürchtet, dass das Geld zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet wird. "Ich glaube nicht, dass die Bürger das schlucken werden, wenn sie am Ende keinen schöneren Friedhof bekommen", so Jarling. , Fraktionschef der Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit, wunderte sich, dass als Begründung für die neuen Gebühren das Haushaltssicherungskonzept angeführt wird. Ein entsprechender Beschluss war am 13. November 2013 gefasst worden. "Es ist doch Blödsinn, das Haushaltssicherungskonzept als Begründung anzugeben, wenn wir bis jetzt noch keinen Haushalt haben", sagt er und weiter: "Wir wissen doch gar nicht, ob das überhaupt notwendig ist", sagt er. Mit SPD-CDU-Mehrheit wurde die neue Friedhofsgebührensatzung dennoch beschlossen. Die Satzungsänderung, die den Stadträten am 1. Oktober des Vorjahres vorlag, unterscheidet sich erheblich von der, die künftig - nach Veröffentlichung im Amtsblatt - gilt. Sven Heisig, Obermeister der Bestatter-Innung Ostthüringen, sagt zur jetzt beschlossenen Variante: "Das müssen alles Schreibfehler sein, das geht gar nicht. Das sind Preise wie in München. Ich bin fassungslos." Und der Greizer Bestatter erklärt an ein paar Beispielen, was ihn so aufregt.

  • Benutzung Kühlzelle: "Die ist von 1973, mit Kacheln ausgestattet. Da liegen die Verstorbenen auf dem Fußboden", beschreibt der Greizer Bestatter. Bislang musste man dafür 34"Euro zahlen, künftig sind es 204 Euro. "Das ist ja ein Hilton-Preis", vergleicht es Heisig mit einer Hotelübernachtung. In der Oktober-Variante war von 43 Euro die Rede gewesen.
  • Der Abschiedsraum sei von 1972 und "ist noch genauso wie damals. Es gibt zwölf Sitzplätze", beschreibt Sven Heisig. Statt bislang 34 werden nun 124 Euro fällig. Der erste Änderungsvorschlag sah 43 Euro vor.
  • Leuchter: "Da passen fünf Kerzen drauf", erklärt der Bestatter. Statt der bislang sieben Euro pro Kerzenständer müssen künftig 39 Euro bezahlt werden.
  • Erhöht werden auch die Gebühren für Wahlgrabstätten. Bei der für zwei Särge und acht Urnen mussten bislang jährlich 30 Euro bezahlt werden, künftig sind es 224. "Wir reden hier von pro Jahr, bei uns gilt eine Liegefrist von 20"Jahren, also muss der Betrag mal 20 genommen werden", erklärt der Bestatter. Im Oktober war noch von jährlich 38 Euro die Rede.
  • Ins Auge sticht der neue Betrag für die Räumung von Grüften bei Eigentumswechsel. Pro Sarg kostete das bislang 53 Euro, bald müssen dafür 2740 Euro berappt werden. Bestatter übernehmen bisher in der Regel die Räumung, meist als Service für den Kunden, so Sven Heisig.

"Mit mir wurde damals über die erste Variante gesprochen, bei der es um ein paar Euro mehr ging. Es ist klar, dass die Gebührenordnung von 2006 nicht mehr gelten kann. Gegen eine sukzessive Anpassung ist nichts zu sagen. Aber das nun Beschlossene ist Räuberei", findet Sven Heisig

Quelle: OTZ

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