Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Wunder wird keiner erwarten können - Interview mit Petra Pampel

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Mohlsdorf. Unter der Woche einen Termin bei Petra Pampel, der neuen Bürgermeisterin von Mohlsdorf-Teichwolframsdorf, zu bekommen, ist zurzeit recht schwierig. Gespräche, Beratungen, Einladungen mein Kalender ist bis Mitte November schon voll, sagt die 53-Jährige, die bis vor zehn Tagen noch Mitarbeiterin im Bauamt ihrer Gemeinde war. So verabredet man sich für den Sonnabendvormittag im Mohlsdorfer Gemeindeamt. Da trifft man die neue Hausherrin beim Sortieren von Unterlagen und Einrichten des Bürgermeisterzimmers.

 

Frau Pampel, sind Sie denn eigentlich schon richtig im Amt?

Ja. Am 11. Oktober habe ich die Wahl angenommen und seit dem 12. Oktober bin ich nach Mitteilung des Landratsamtes hauptamtliche Bürgermeisterin. Meine Vereidigung folgt am 29. Oktober im Gemeinderat durch den Ratsältesten Erhard Greiner. Und um auch das klarzustellen: Ich bin für sechs Jahre gewählt.

Was war denn Ihre erste Entscheidung als Bürgermeisterin?

Grundlegende Entscheidungen mussten bis jetzt noch nicht von mir getroffen werden. Wir haben uns hier im Haus an einen Tisch gesetzt und ein paar Dinge abgesprochen, gemeinsam geschaut, was in der nächsten Zeit anliegt. Wir sind uns einig, dass wir unsere Aufgaben nur gemeinsam schaffen.

Müssen Ihre ehemaligen Kollegen Sie nun siezen?

Auch darüber haben wir gesprochen. Wir werden mit Anstand miteinander umgehen.

Wie war die Amtsübernahme von der Ersten Beigeordneten Franziska Grimm?

Das ging am Montagmorgen recht schnell. Über grundlegende Dinge konnten wir uns noch nicht verständigen. Ich denke, dass wir uns alle 14 Tage treffen werden, damit sie für den Vertretungsfall immer auf dem Laufenden ist.

Sind Sie schon auf dem Boden der Realität angekommen, den Frau Grimm dem neuen Gemeindeoberhaupt im OTZ-Wahlforum vorausgesagt hat?

Ich war mir ja schon vorher einiger Sachen bewusst. Aber natürlich stürmen jeden Tag neue Dinge auf mich ein. Ich will mir erst einmal auf allen Ebenen einen Überblick verschaffen. Dann werden Entscheidungen getroffen.

Werden Sie denn eine Neubesetzung Ihrer ehemaligen Stelle im Bauamt der Gemeinde entscheiden?

Das ist für mich eine dringliche Angelegenheit. Die Stelle wird bald ausgeschrieben. In der nächsten Zeit werden in der Gemeindeverwaltung einige Leute durch Altersteilzeit ausscheiden, so dass wir Stellen ausschreiben müssen, weil die Arbeit sonst nicht zu schaffen sein wird. Ich plane Umstrukturierungen innerhalb der Verwaltung vorzunehmen. Ich will auch schauen, welche Aufgaben wir abgeben können, ob einige Dinge extern nicht günstiger gemacht werden können.

Da bietet es sich doch an, in der Frage des Verwaltungssitzes Nägel mit Köpfen zu machen.

Genau. In einer der nächsten Gemeinderatssitzung will ich eine Grundsatzentscheidung für den Steinberg 1 in Teichwolframsdorf als Verwaltungssitz, um da die notwendigen Dinge einleiten zu können. Denn davon hängt ja auch ab, wie der Begegnungsstättenneubau inMohlsdorf endgültig aussehen wird. Und da müssen wir endlich vorwärts kommen, um die Ärzte im Dorf halten zu können. Wenn die Dorferneuerungsmittel dafür nicht schnell genug zur Verfügung stehen, werden wir über eine Zwischenfinanzierung beraten müssen, vorausgesetzt der Fördermittelgeber stimmt dem vorzeitigen Maßnahmebeginn zu.

Also Kreditaufnahme. Die wurde im OTZ-Wahlforum auch angeregt, um das Kulturhaus inTeichwolframsdorf irgendwie zu richten.

Da gab es auch den Vorschlag des Ortsteilbürgermeisters Jürgen Reinhardt, dass sich die am Kulturhaus interessierten Vereine mit Angeboten positionieren sollen. Diesbezüglich habe ich noch nichts gehört. Die Vereine und der Gemeinderat werden darüber beraten müssen.

Im Bereich Straße des Friedens/Waldsiedlung in Reudnitz brennt wegen fehlender Parkplätze anscheinend die Luft.

Ja, da ist vor allem am Wochenende und abends sehr viel Betrieb. Ich will prüfen, ob sich im Bereich des kaum genutzten Sportplatzes Stellflächen für Anwohner und Erholungsuchende schaffen lassen.

Auch auf der "Waldautobahn" zwischen Teichwolframsdorf und Reudnitz ist mehr Betrieb, als die Straße vertragen kann.

  • Schilderwald an der Waldautobahn zwischen Teichwolframsdorf und Reudnitz.Schilderwald an der Waldautobahn zwischen Teichwolframsdorf und Reudnitz.

Ja, da fahren täglich mehr als 1000 Autos drüber. Die Straße ist für diesen Verkehr eindeutig zu schmal. Es müssen unbedingt Ausweichstellen geschaffen werden, denn die neuen Banketten werden nicht ewig halten. Ich will mit dem Forst über eine Aufweitung der Straße an einigen Stellen reden. Ich kann mir für einige Stellen auch grundhafte Maßnahmen vorstellen.

Stichwort Waldhaus. Da will die Stadt Greizkünftig gern die Betriebskosten ihres Tiergeheges mit der Gemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf teilen.

Das habe ich gelesen. Das ist zum Beispiel so eine Sache, mit der ich nicht gerechnet hatte. Die Stadt Greiz schaut genauso wie wir, wie sie sich von freiwilligen Leistungen trennen kann. Offiziell ist man mit dem Thema Tiergehege noch nicht an uns herangetreten. Wenn, dann werden wir im Gemeinderat darüber beraten.

 

Von welchen freiwilligen Leistungen wollen Sie sich trennen?

Bei diesem Thema möchte ich erst einmal klarstellen, dass ich nie gesagt habe, wie Herr Astermann im Wahlkampf behauptet hat, dass ich das Freibad in Teichwolframsdorf schließen werde, außer in der kalten Jahreszeit. So lange sich die Gemeinde dieses Freibad leisten kann, so lange werden wir es betreiben. Aber es wird doch wohl erlaubt sein zu überlegen, wo wir Kosten sparen können. Für die Bewirtschaftung des Freibades schwebt mir der Einsatz erneuerbarer Energien vor. Auch da werden wir gemeinsam im Gemeinderat Entscheidungen treffen. Ansonsten wünsche ich mir eine gute Zusammenarbeit mit allen Vereinen in den Ortsteilen.

Haben Sie Herrn Astermann schon nach dem Solarpark-Investor gefragt, den er während des OTZ-Wahlforums erwähnt hat?

Nein, noch nicht. Ich werde es aber tun. Denn wenn das ernst gemeint war, müssten die Voraussetzungen für einen solchen Standort geschaffen werden, das heißt, dass das in den Flächennutzungsplan der Gemeinde mit aufgenommen werden muss. Vielleicht schaut Herr Astermann ja in der nächsten Gemeinderatssitzung vorbei, ich würde mich darüber freuen.

Hat es der CDU-Ortsverband Ihnen gegenüber schon bereut, Sie nicht als Bürgermeisterkandidatin genommen zu haben?

Vom CDU Ortsvorstand habe ich bisher noch keinerlei Reaktionen erhalten. Aber die Landrätin, Frau Schweinsburg hat mir in einem sehr netten Brief zur Wahl gratuliert.

Wer noch?

Sehr, sehr viele Leute, mit Glückwunschkarten, Briefen, Blumen. In dem Umfang hatte ich das nicht erwartet. Es war überwältigend. Ich möchte mich auf diesem Weg noch einmal bei allen auf diesem Weg bedanken.

Entsprechend hoch dürften die Erwartungen sein.

Ich habe mich in meinem Wahlkampf mit Versprechungen bewusst zurückgehalten. Die nächsten Jahre werden nicht einfach sein. Wunder wird nicht wirklich jemand von mir erwarten können.

Sie sind als Kandidatin der Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit (IWA) Bürgermeisterin geworden. So richtig gibt es die IWA aber nur in Greiz.

Wir wollen eine Ortsgruppe Mohlsdorf-Teichwolframsdorf gründen. Während des Wahlkampfes und nach dem Wahlsieg sind neue Mitglieder aus dem Gemeindegebiet bei der Interessengemeinschaft eingetreten. Ich wünsche mir, dass die IWA nächstes Jahr Kandidaten für den Gemeinderat aufstellen wird.

Wird es dann politischer im Gemeinderat?

Die Parteipolitik sollte in einem Gemeinderat vor der Tür bleiben. Mir geht es um die Belange der Gemeinde. Da baue ich auf eine gut strukturierte Verwaltung, die Mitarbeit der Gemeinderäte und Vereine.

Quelle(http://greiz.otz.de/web/lokal/detail/-/specific/Wunder-wird-keiner-erwarten-koennen-Interview-mit-Petra-Pampel-1219083611)

Kontakt

IWA
Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit e.V.
Schönfelder Straße 6a
07973 Greiz

Telefon: 0 36 61/ 7 11 01
E-Mail: info@iwa-greiz.de

 

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