Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Mammutprogramm Hochwasserschutz an der Weißen Elster ist harter Brocken

Bis zum Jahr 2021 will der Freistaat Thüringen den Hochwasserschutz an der Weißen Elster von Greiz bis Crossen ausbauen. Für dieses Jahr stehen Konzepte, Baumaßnahmen und Planungen an.
155251Gera/Greiz. Die Bauarbeiten am Elsterdamm in Gera-Zwötzen ruhen derzeit. "Jahreszeitbedingt", sagt Thomas Kleinert von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG). Nachdem im Dezember Bäume gefällt und Spundwände gesetzte wurden für den Hochwasserschutz, sollen die Spunde mit dem Frühjahr noch mit Erde aufgefüllt und der Bau der Hochwasserschutzanlage fortgesetzt werden.

Bis zum Jahr 2021, wenn das aktuelle Förderprogramm der Europäischen Union ausläuft, will der Freistaat als Bauherr seine Hochwasserschutzmaßnahmen an der Weißen Elster zwischen Greiz/Döhlau und Caaschwitz/Crossen umgesetzt haben.

Einige noch in diesem Jahr, die mit Restmitteln aus der abgelaufenen EU-Förderperiode finanziert werden."Das Zeitziel ist sportlich", schätzt der zuständige Gebietsreferent der TLUG ein. Mit dem eigenen Personal könne es die Landesanstalt nicht erreichen. Deswegen sei ein zusätzlicher Weg gefunden worden, um es zu erreichen. Seit vorigem Jahr gebe es deshalb einen Vertrag mit der Thüringer Landgesellschaft mbH, einem Tochterunternehmen des Freistaates. Die Gesellschaft solle die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes auch an der Weißen Elster unterstützen. Dafür sei extra Personal eingestellt worden, so dass zu den 20 Ingenieuren des Landes etwa noch einmal so viele Mitarbeiter bei der Landgesellschaft kommen, die helfen sollen, dass die Aufgaben des Landes im Hochwasserschutz nach dem Hochwasser im Juni 2013 nun schneller verwirklicht werden können.Folgenden aktuellen Stand der Hochwasserschutz-Maßnahmen zwischen Greiz und Crossen listet Kleinert auf:

Greiz-Dölau: Das Hochwasserschutz-Konzept ist abgeschlossen und seit vier Wochen auch das notwendige europäische Vergabeverfahren. "Die Planung unter Beteiligung der Betroffenen insbesondere auch im Gewerbegebiet ist jetzt angelaufen", sagt Kleinert. Am Dienstag habe es einen sogenannten Scoping-Termin gegeben, zu dem sich Vertreter verschiedener Behörden mit Naturschutzverbänden und eingeladenen Experten getroffen haben. In diesem Jahr soll geplant, im nächsten ausgeschrieben und 2017/18 mit dem Bau begonnen werden. Um ein größeres Profil für den Fluss zu schaffen, sollen Brachen im Gewerbegebiet abgerissen, eine größere Brücke in der Werkszufahrt gebaute, eine zusätzliche Flutmulde geschaffen und der Deich zurückverlegt werden.Flussaufwärts in Rothenthal müsse die Befahrbarkeit der Bundesstraße 92 als Zufahrt zum Gewerbegebiet mit dem Chemiewerk und den Anlagen des Wasser-/Abwasser-Zweckverbandes künftig gesichert werden, erläutert Kleinert.
Greizer Innenstadt: Der Hochwasserschutz in der Greizer Neustadt und am Park ist ein harter Brocken", sagt der Fachmann von der TLUG. Die Lösung liege zwischen dem Bau von einer das Stadtbild zerstörenden zwei Meter hohen Schutzmauer und der Möglichkeit, dass es in dem engen Gebiet keinen absoluten Schutz geben könnte. Nach Untersuchungen im Vorjahr gebe es den Vorschlag, einen Flutgraben zu bauen, damit Hochwasser künftig darüber abgeleitet werden kann. Nach dem europaweiten Vergabeverfahren sei der Vertrag jetzt unterschrieben, so dass in den nächsten Wochen die Planungen mit einem Planungsbüro anlaufen könnten. Bis Mitte 2015 soll das Konzept stehen. "Gebaut werden kann erst, wenn die Gesamtlösung steht, das wird im Wesentlichen nicht vor 2017 sein", sagt Kleinert.
Berga: Maßnahmen aus dem Hochwasserschutz-Konzept sind abgegeben worden an die Landgesellschaft. In Kürze werde es dazu einen Termin bei der Kommune geben und in diesem Jahr die Planung beginnen. Zu berücksichtigen seien dabei auch die Mündungsgewässer wie der zufließende Pöltschbach. Für Neumühle werde im Zusammenhang mit Berga geplant, der Hochwasserschutz dort aber möglicherweise als Einzelobjekt verwirklicht.
Wünschendorf: Hier sind wir mit den Bauarbeiten bereits weiter als geplant", sagt der TLUG-Gebietsreferent. "Der Schutz ist besser als vor dem Jahr 2013." Im neuen Deich sind die Spundwände bereits eingebracht, die im Frühjahr noch mit Erde überschüttet werden sollen. "Bis zum Sommer spätestens müssen wir fertig sein, da das Förderprogramm in diesem Jahr endet." Zum Hochwasserschutz an der in Wünschendorf in die Weiße Elster einmündenden Weida gebe es noch Gespräche mit den privaten Grundstückseigentümern zu weiterführenden Maßnahmen. "Wenn die Gespräche positiv verlaufen, machen wir weiter", sagt Kleinert. Die Zustimmung der Anrainer sei die Voraussetzung für die weitere Planung. Zudem beabsichtige das Straßenbauamt Ostthüringen die Straßenbrücke über die Weida zwischen Mildenfurth und Veitsberg zu erneuern.
Meilitz: Die Planungen für den Hochwasserschutz in der Wünschendorfer Ortschaft werden vorbereitet und ein Kostenentwurf für das Vergabeverfahren erstellt. Zu berücksichtigen sei, dass die Bahn für ihre neue Streckenführung südlich von Gera eine neue Eisenbahnbrücke über die Elster bauen will.
Gera-Liebschwitz: Die TLUG hat in ihrer Stellungnahme zu den Plänen der Bahn für die neue Streckenführung südlich von Gera angeregt, dass das Eisenbahn-Viadukt in Liebschwitzabgerissen wird, wenn es stillgelegt wird und die Züge auf der künftigen neuen Trasse fahren werden. "Da reicht es nicht, dass die Brückenteile demontiert werden. Auch die Pfeiler des Viadukts müssen abgetragen werden, da sie ein Störfaktor für den zu bauenden Hochwasserschutz sind", sagt Kleinert.
Liebschwitz bis Debschwitz: Ohne Eingriff in die bestehende Struktur in diesen Stadtteilen entlang der Weißen Elster wird der Hochwasserschutz hier nicht funktionieren", sagt der TLUG-Gebietsreferent. Es sei notwendig, in diesem Abschnitt den Flusslauf zu verbreitern. Zum Teil seien derzeit Kleingärten besser geschützt, als die Wohngebiete. Und an anderen Stellen mache es keinen Sinn, Kleingärten mit einer zwei Meter hohen Mauer zu schützen. Mögliche Varianten für den Hochwasserschutz und deren Auswirkungen auf Wasserläufe bei einer Flut müssten aber erst im Detail untersucht werden. Mit konkreten Planungen rechnet Kleinert für das Jahr 2016 mit einem Baubeginn nicht vor dem Jahr 2018.
Elsterdamm Zwötzen: Die Schutzmauer an der Brücke in Zwötzen ist aufgestockt worden, die Bauarbeiten in diesem Bereich sind weitgehend abgeschlossen. Am Deich zwischen der Fußgängerbrücke nach Debschwitz und dem Omega sind die Spundwände gesetzt. Der Zufluss zum Mühlgraben ist mit dem entsprechenden Verschlusssystem erneuert worden. Im Bereich des Zwötzener Wehres werden die Spundwände mit einem Erdwall verkleidet, flussabwärts bis zum Omega soll eine Mauer darüber errichtet werden.Bis Mitte dieses Jahres sollen die Arbeiten fertig gestellt sein, weil das dafür genutzte Förderprogramm ausläuft.
Elsterdamm Debschwitz: Hierfür ist die Vorplanung in Vorbereitung, die voraussichtlich in einen europäischen Vergabewettbewerb münden wird. Der Mauerverlauf wird sich an den Grundstücksgrenzen zu den Wohnhäusern orientieren. Die Binnenentwässerung in Debschwitz bei hohem Grundwasser hat die Stadt gemeinsam mit dem Zweckverband Mittleres Elstertal zu regeln.
Heinrichsgrün: Für den Abschnitt zischen Tschaikowskistraße und Bachstraße ist ein neuer Antrag auf Baugenehmigung in Vorbereitung. Die Hochwasserschutzmauer soll 2016 gebaut werden. Für die zu fällenden Bäume soll Ersatz dort und an anderen Ausgleichsflächen in der Stadt gepflanzt werden.
Hofgut: Ab diesem Frühjahr bis zum Jahresende soll die Hochwasser-Schutzmauer gebaut werden. Derzeit laufe das Bieterverfahren für die Bauarbeiten. Zudem will die TLUG dort eine Kiesbank im Fluss verlagern, damit sie wieder an ökologischem Wert gewinnt.
Am Gries: Für den Neubau der Hochwasserschutzmauer laufen die Vorplanungen. Für die gegenüberliegende Flussseite sollen in diesem Jahr Untersuchungen unter Berücksichtigung des Naturschutzes vorgenommen werden. In den Jahren 2016/17 soll gebaut werden.
Untermhaus bis Thieschitz: Hier müssen wir der Elster mehr Raum geben", sagt Kleinert. Einen Teil der dafür notwendigen Flächen habe das Land bereits erworben. Mit anderen Grundstücken sei es schwieriger. Bis zum Sommer soll das Hochwasserschutzkonzept stehen und dann geplant werden.
Langenberg bis Crossen: Für die drei Abschnitte zwischen Köstritz und Caaschwitz, Caaschwitz und Crossen und von dort bis zur Landesgrenze sollen in diesem und im nächsten Monat die Konzepte fertig gestellt werden und danach die Planungen beginnen. Ab 2017 sollen sie umgesetzt werden. "Hier wollen wir Retentionsräume für das Flusswasser schaffen. Wohnsiedlungen sollen direkt mit Bauwerken geschützt werden", sagt Kleinert.Noch offen sind die Lösungen für den Abschnitt zwischen der Autobahn 4 bei Langenbergund Köstritz. Unklar sei beispielsweise noch, wie mit einer Abwasserleitung auf dem Schutzdamm verfahren wird. Bis Mitte dieses Jahres soll auch für diesen Abschnitt das Konzept fertig sein und ab Jahresende geplant werden. "Zwei Jahre später könnte dann gebaut werden."

Quelle: OTZ vom 08.01.2015 / Foto:Jan Popp

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