Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Sanierung des ehemaligen Greika VI/1-Gebäudes wird viel teurer

Mängel bei der Planung werden als Hauptgrund angeführt. Ärger mit Architekten gab es bereits im Vorjahr.

otzBauarbeiten auf dem Greika VI/1-Gelände in Greiz: Die Sanierung des ehemaligen Textilwerk-Komplexes soll nach Angaben der Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit um mindestens 800.000 Euro teurer werden als geplant.

Foto: Marius Koity

Greiz. Die Sanierung des ehemaligen Greika VI/1-Gebäudes in der Turner-/August-Bebel-Straße in Greiz wird wohl Hunderttausende Euro teurer als ursprünglich geplant.

 

In der wie immer öffentlichen Fraktionssitzung der Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit (IWA) am Montagabend war von 800 000 Euro Mehrkosten die Rede. In dem Gebäudekomplex soll künftig der Bauhof untergebracht werden und zudem ist geplant, Vereinen und Verbänden Räume zur Verfügung zu stellen.

Fraktionschef Jens Geißler erklärte seinen Mitstreitern, wie er auf das Thema aufmerksam geworden ist. "Wir sind von Baufirmen schon vor Monaten angesprochen worden", erzählt er. Die Zustände auf dem Bau seien "unkoordiniert". Mittlerweile seien zwei Projektsteuerer eingesetzt worden, um Ordnung in den Bau zu bringen.

Statik-Untersuchungen nicht ausreichend
Die Europäische Union fördert die ursprünglich mit insgesamt gut 4,2"Millionen Euro geplante Maßnahme. Nun ist von 800"000 Euro mehr die Rede. Mindestens. Hauptgrund seien nach OTZ-Informationen fehler- oder mangelhafte Planungen. So hätten etwa erforderliche Erdbebennachweise - Greiz liegt in einem Gebiet, in dem es regelmäßig Schwarmbeben gibt - gefehlt. Statische Nachweise seien mangelhaft gewesen. Die Planer, so der Vorwurf, hätten das Gebäude in puncto Statik nicht genug untersucht.

In der Firma bhss Architekten aus Leipzig als ein Teil der Planungsgemeinschaft verwies man auf entsprechende Anfrage an die C & E Consulting und Engineering GmbH in Chemnitz. Das Unternehmen wirbt auf seiner Internetseite mit "über 65"Jahren Ingenieurerfahrung, Planung für Bau, Bergbau und Umwelt". Gestern fand sich jedoch kein Ansprechpartner, der über die Greiz-Baustelle Auskunft geben konnte.

Auf der Internet-Seite der Leipziger Architekten wird über das Projekt in Greiz berichtet. Unter anderem ist dort zu lesen: "Das Budget für das Gesamtprojekt lässt lediglich die maßvolle Herstellung der Funktionalitäten für die gewünschten Nutzungen zu. Eine komplette Sanierung des Gebäudes ist damit nicht zu erreichen." Als Bauausführungszeitraum ist 2012 bis 2014 angegeben.

Eigentlich sollte die Abnahme bereits im März dieses Jahres erfolgen. Doch von diesem Ziel hatte sich der Greizer Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) bereits vor einem Jahr verabschiedet. Schon damals habe es Ärger mit den Planern gegeben, denen das Stadtoberhaupt unter anderem vorwarf, sie würden nicht schnell genug arbeiten. Mit Mitte dieses Jahres rechnete der Rathauschef damals mit dem Ende der Bauarbeiten.

Ursprünglich war geplant, dass die Stadtverwaltung während der Rathaussanierung, die im Frühjahr 2015 beginnen soll, in das Greika-VI/1-Gebäude zieht. Inzwischen steht als Ausweichquartier das Haus Carolinenstraße 27/Ecke Bahnhofstraße fest.

Von Bürgermeister Grüner war gestern keine Aussage zur Großbaustelle zu bekommen. Bei früheren OTZ-Anfragen zur"Sanierung des Gebäudes gab er zu verstehen, dass es nichts Neues zu berichten gäbe.

In der Fraktionssitzung war man der Meinung, dass selbst die im Raum stehenden 800.000 Euro Mehrkosten nicht ausreichen würden, um den Gebäudekomplex funktionsfähig herzurichten. Ungestraft sollten "die Architekten aus der Nummer nicht herauskommen", war sich die IWA einig.
Quelle: OTZ
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