Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Erziehungsberatung im Landkreis Greiz scheint gefährdet

Der Landkreis Greiz hält die Anpassung der Kapazitäten für die Ehe-, Erziehungs-, Familien- und Lebensberatungsstellen an demografische Entwicklung für notwendig. Jugendhilfeausschuss will transparentes Verfahren. Neuer Vorsitzender gewählt. 

 

Greiz. Die Arbeit der Ehe,- Erziehungs-, Familien- und Lebensberatung im Landkreis Greiz scheint gefährdet. Grund ist die Absicht des Landkreises, die Beratungskapazitäten ab Januar 2015 neu zu ordnen, wobei das Verfahren noch im Anfangs­stadium steckt. Der Jugendhilfeausschuss fasste am Donnerstagabend erst einmal den notwendigen Grundsatzbeschluss.

Damit solle ein Interessenbekundungsverfahren in Gang gesetzt werden, sagte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU). Sie begründete den Vorstoß mit einer "Anpassung an die demografische Entwicklung". Wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, sollen die Kapazitäten zu Lasten der Beratungsstelle Greiz und zu Gunsten der Beratungsstellen in Zeulenroda-Triebes und Weida verändert werden, um der Zahl der Kinder und Jugendlichen in den drei Sozialräumen besser gerecht zu werden. Derzeit verfügt die Beratungsstelle in Greiz über 75 Prozent der Beratungskapazitäten, obwohl in Greiz und Umgebung nur ein Drittel der zu versorgenden Kinder, Jugendlichen und jungen Volljährigen unter 21 Jahre leben.

Problematisch ist, dass erst nach dem Interessenbekundungsverfahren die Leistungen neu ausgeschrieben werden können. Damit bleibt nur wenig Zeit, um die erforderlichen Verträge abzuschließen. Der Diakonieverein Carolinenfeld, der die Betreuung in der Beratungsstelle in Greiz wahrnimmt, hat seinen Mitarbeitern zum Jahres­ende betriebsbedingt gekündigt.

Der Geschäftsführer des Caritasverbandes für Ostthüringen, Andreas Zube, der neu im Jugendhilfeausschuss mitwirkt, äußerte die Sorge, dass freie Träger aus der Beratung herausgedrängt werden sollen. "Wir wollen Trägerpluralität", sagte Zube. Die Bürger sollten die Möglichkeit haben, unter mehreren Angeboten auszuwählen.

Landrätin verspricht transparentes Verfahren
Schweinsburg widersprach diesem Verdacht. Es solle keiner der derzeitigen Träger "herausgekickt" werden. Zugleich sicherte sie ein transparentes Verfahren zu und äußerte die Überzeugung, dass die Arbeit der Beratung auch im kommenden Jahr uneingeschränkt möglich sein werde.

Zu Beginn seiner Beratung hatte der Jugendhilfeausschuss den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Ulli Schäfer zum Vorsitzenden gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Mike Stieber hatte nach fünf Jahren wegen seiner beruflichen Belastungen das Amt abgegeben und wurde vom Ausschuss mit 6:4 Stimmen zum Stellvertreter gewählt. Für dieses Amt hatte sich auch Andreas Zube beworben.

Uwe Frost / 27.09.14 / OTZ

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