Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Stadtmarketingverein Greiz braucht mehr Geld

Hauptausschuss beschließt mehrheitlich in nicht öffentlicher Sitzung Extra-Zuschuss in Höhe von 25 000 Euro. Probleme bei Lohnzahlung werden als ein Grund genannt. Vereinschef Hemmann widerspricht. Opposition fühlt sich nicht ausreichend informiert.Die Fraueneinkaufsnacht Sekt in the City ist die nächste Veranstaltung des Stadtmarketinvereins in Greiz. Foto: Katja Grieser
Die Fraueneinkaufsnacht Sekt in the City ist die nächste Veranstaltung des Stadtmarketinvereins in Greiz. Foto: Katja Grieser
Greiz. Der Stadtmarketingverein, der unter anderem Park- und Schlossfest, Fraueneinkaufsnacht, Weihnachtsmarkt und Neustadtfest organisiert und durchführt, bekommt einen Nachschlag aus dem Stadtsäckel: In nicht öffentlicher Sitzung hat der Hauptausschuss am Dienstag voriger Woche beschlossen, den Verein mit weiteren 25 000 Euro zu unterstützen. Das bestätigte  (SPD) auf Nachfrage. Allerdings wollte sich der Bürgermeister mit Verweis auf die Nichtöffentlichkeit der Sitzung nicht weiter äußern. Hinter verschlossenen Türen sei in dem Fall deshalb beraten und abgestimmt worden, weil es um die Haushaltslage eines Vereins geht. Zu den Gründen, weshalb der Verein mehr Geld braucht, sagte der Rathauschef auch nichts. Ihm sei es wichtig gewesen, die geplanten Veranstaltungen sicher zu stellen - und das sei eben nur mit weiteren 25 000 Euro, die der Verein in diesem Jahr zu den bereits erhaltenen 36"000"Euro bekommt, möglich. "Wie sich die Sache in den nächsten Jahren entwickelt, kann ich nicht sagen", so Grüner.

Für 2015 fordert Verein mehr Geld

Nur so viel: Für 2015 habe der Verein ein weitaus größere Forderung an die Stadt.Auskunftsfreudiger ist Andreas Hemmann. Der Vereinschef bestätigt ebenfalls, dass es weitere 25 000 Euro geben wird. Mit dem jähr­lichen, seit 16 Jahren unveränderten kommunalen Zuschuss von 36"000 Euro sei man schon lange nicht mehr hingekommen. In den zurückliegenden Jahren habe man das Defizit mit den Überschüssen aus der GMV Greizer Mar­keting- und Veranstaltungs-GmbH, hundertprozentige Tochtergesellschaft des Greizer Stadtmarketing­vereines, ausgeglichen. Aufgaben der GmbH waren vor allem, den Stadtmarketing­verein bei der Vor­bereitung und Durchführung der Greizer 800-Jahr-Feier und des Thüringen­tages 2009 zu unterstützen.Die Gesellschaft befindet sich in Auflösung. "Wenn die Liquidation im November komplett abgeschlossen ist, gehen wir davon aus, dass ein Restbetrag von 10"000 Euro bleibt", soHemmann. Mit dem Geld, das dem Verein zufalle, und dem 25"000-Euro-Nachschlag der Stadt komme man in diesem Jahr "mit Hängen und Würgen" über die Runden. Denn gefordert hatte der Vereinsvorsitzende von der Stadt eine zusätzliche Unterstützung in diesem Jahr in Höhe von 50 000 Euro. Und für nächstes Jahr sollen es noch mehr sein. 64"000 Euro sollen draufgepackt werden, so dass der Verein dann 100"000"Euro bekommen würde. Bürgermeister Grüner wollte die Zahlen nicht bestätigen. In der Haushalts- diskussion wird der Posten auf jeden Fall auf den Tisch kommen, denn die Bitte um einen höheren Zuschuss für den Verein gibt es laut Hemmann.Fünf Festangestellte, nicht alle in Vollzeit, und einen Mitarbieter auf Förderbasis sind im Verein beschäftigt. Dass es Probleme mit dem Zahlen der Gehälter gibt, verneint Andreas Hemmann. Doch genau das wurde nach OTZ-Informationen den Hauptausschussmitgliedern als ein Grund genannt, weshalb der Verein einen Nachschlag aus der Stadtkasse unbedingt brauche. Zudem sei den Abgeordneten vom Bürgermeister erzählt worden, dass die Zahlung notwendig sei, um Beiträge, etwa an die Krankenkasse, zahlen zu können.Verärgert sind einige Ausschussmitglieder wegen der Art und Weise, wie das Thema behandelt wurde. So seien sie zu der nicht öffentlichen Sitzung vorige Woche Dienstag, 8 Uhr, ohne Angabe der Tagesordnung eingeladen worden. So recht sei nicht allen klar gewesen, warum die Sache unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt wurde. Zudem fühlten sich einige Stadträte nicht ausreichend über die finanzielle Lage des Vereins informiert. Einzelne Projekte und deren Finanzierung habe man gefordert, auch um eine Vertagung sei gebeten worden.Mit vier Ja-Stimmen aus den Reihen von SPD und CDU gegen zwei Nein-Stimmen (Linke, Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit) sowie einer Enthaltung (CDU) wurde nach Informationen unserer Zeitung der Zuschuss beschlossen.Warum reicht das Geld eigentlich nicht mehr?, wollten wir von Ines Wartenberg wissen. Die Geschäftsführerin des Vereins verweist zunächst einmal auf die laufenden Kosten, etwa für Personal, Büroräume, Material, Energie. "Der Verein trägt die Kosten aller Veranstaltungen", betont sie und überschlägt, dass es in diesem Jahr rund 90"000 Euro sein werden. Mindestens 50 000 Euro davon würden dabei an Unternehmen aus der Region - Bäcker, Fleischer, Handwerker, Wachdienst - gehen. Da die Kosten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen seien, der städtische Zuschuss jedoch seit 1998 gleich geblieben ist, sei das Defizit entstanden.Der Verein ist nicht gemeinnützig, an Fördermittel komme man nicht heran. Und auch auf der Einnahmeseite seien die Möglichkeiten begrenzt: Man wolle Greizern und Besuchern die Veranstaltungen weiter kostenlos anbieten, der Herbstmarkt soll die Ausnahme bleiben. Höhere Standgebühren, so Ines Wartenberg, könne sie auch nicht verlangen.
Quelle: OTZ

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