Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Firma Feutron aus Langenwetzendorf: Erste Klimakammer für Peru

Das Unternehmen liefert 850.000-Euro-Technik nach Südamerika. Aufträge zudem kommen aus China und der Türkei. Probleme gibt es bei Lieferung nach Russland.

André Steudel (links) und Michael Grimm bauen Wärmetauscher in die Klimakammer ein, die künftig in Peru zum Einsatz kommt. Die Feutron-Mitarbeiter werden die Technik auch in Südamerika installieren. Foto: Katja Grieser André Steudel (links) und Michael Grimm bauen Wärmetauscher in die Klimakammer ein, die künftig in Peru zum Einsatz kommt. Die Feutron-Mitarbeiter werden die Technik auch in Südamerika installieren. Foto: Katja Grieser
 
 
Langenwetzendorf. André Steudel und Michael Grimm sind gerade dabei, die Wärmetauscher in der sechs Meter langen, drei Meter breiten und drei Meter hohen Klimakammer anzubringen. Die Mitarbeiter der Langenwetzendorfer Firma Feutron werden die gleichen Handgriffe in ein paar Wochen noch einmal in Peru erledigen. An der selben Klimakammer. Denn bevor die wieder zerlegt und für den Versand vorbereitet wird, muss sie getestet werden. "In Peru ist die Elektroversorgung anders als hier", erklärt Prokurist Raimund Kögler. Verfüge hierzulande der Starkstrom über eine Spannung von 400"Volt bei einer Netzfrequenz von 50 Hertz, seien es in Peru 380"Volt bei 60 Hertz. Doch nicht nur wegen der Stromversorgung wird die Kammer, in der Kühlschränke geprüft werden sollen, in Langenwetzendorf schon einmal montiert. Bei Kammern dieser Größenordnung gibt es bei Feutron immer vor der Lieferung einen Testlauf. Den Auftrag in Höhe von 850.000 Euro hat das Unternehmen von der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, die Feutron-Chef Jens Geißler als Premiumkunde bezeichnet. So wurden aus Langenwetzendorf für BSH bereits Klimakammern nach Giengen, aber auch an Produktionsstandorte in der Türkei, in China oder nach St."Petersburg geliefert. Der aktuelle Auftrag ist der erste in Südamerika. Kompliziert seien derzeit Lieferungen nach Russland. "Wir haben hier zwei Kammern für Russland stehen und ich habe erst einmal nachgefragt, ob wir überhaupt liefern dürfen", erzählt Geißler. Was aktuell ausgeführt werden dürfe, sei von vielen Faktoren abhängig, eine Freigabe für die Prüfkammern liege noch nicht vor. Der Feutron-Chef vermutet, dass das daran liegen könnte, dass sich in ihnen Weltraumbedingungen simulieren lassen, entsprechende Technik darin geprüft werden kann. Vor allem Autozulieferer gehören zu den Feutron-Kunden. In den Klimakammern wird geprüft, wie in Autos eingebaute Teile etwa auf Feuchtigkeit, Kälte oder Salzwasser reagieren. Bei den Kühlschränken, die in Peru in die Feutron-Kammer geschoben werden, sind Leistungsfähigkeit und Isolation im Fokus. "Ein Kühlschrank muss eben auch dann noch gut funktionieren, wenn es draußen richtig heiß ist", so Raimund Kögler. Temperaturen von plus fünf bis 50 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit zwischen zehn und 98 Prozent lassen sich in der Kammer erzeugen. Eine für ein Lasertechnik-Unternehmen hergestellte Prüfzelle kann Temperaturen von minus 20 bis plus 60 Grad Celsius erzeugen. Gemeinsam mit IAB Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH arbeitet Feutron derzeit an einem Forschungsprojekt. Dafür wurde eine Doppelkammer entwickelt, in der die zu prüfenden Bauteile verschiedenen Temperaturen oder Feuchte ausgesetzt werden. Auch ein Frost-Tau-Wechsel kann simuliert werden, ebenso Sonneneinstrahlung - also all das, was eine Hauswand auszuhalten hat. "Die Prüfzelle ist eine Neuentwicklung von uns", freut sich Jens Geißler. Feutron beschäftigt derzeit 41 Mitarbeiter. "Erstmals stellen wir jetzt fünf Lehrlinge auf einmal ein, im September fangen sie an", so Geißler, der gute Erfahrungen mit während der Ferien im Unternehmen arbeitenden Jugendlichen gemacht hat. "Seit drei oder vier Jahren bieten wir Ferienjobs an. Wenn die jungen Leute sich wohlfühlen und ihnen die Arbeit gefällt, bewerben sie sich auch als Lehrlinge", weiß der Unternehmer aus Erfahrung. Derzeit verbringen zwei Schüler einen Teil ihrer Ferien bei Feutron. Den Jahresumsatz von 6,4"Millionen Euro im Vorjahr werde das Unternehmen 2014 nicht erreichen. "Zehn Prozent weniger, denke ich", sagt Jens Geißler. Die Wirtschaft reagiere in Anbetracht der politischen Lage in zahlreichen Ländern derzeit "sehr verhalten". Und das bekommen auch die Langenwetzendorfer zu spüren. .
Quelle:Katja Grieser / 19.08.14 / OTZ

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