Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Marius Koitys Woche: Werbung am Beispiel Greiz

Marius Koity über knirschende Zähne, geplatzte Kragen und alte Leiern
KoityWir haben bald 25 Jahre seit der Wende und trotz unzähliger Meldungen und Berichte zu diesem Thema fallen"Leute immer noch auf unseriöse Gewinn­spiele ein, weil sie der blumigen irre­führenden Werbung für die elende Ab­zocke glauben. "Na darf denn solche Reklame überhaupt sein?", fragte mich mal ein Mütterchen, die im hohen Alter das"erste Mal in ihrem Leben geprellt wurde, dann aber richtig. Nein, Werbung darf nicht versprechen, was nicht ist, was nicht erfüllt werden kann. So etwas wird in Deutschland manchmal sogar bestraft.

Es sei denn, man betreibt Politik. Da kann man ohne Preis und Frist und sonstige Haftung "Belebung der Innenstadt" oder "Belebung der Greizer Alt- und Neustadt" in sein Stadt­ratswahl-Hochglanzprospekt schreiben.

Mal abgesehen davon, dass in Deutschland sogar Werbung mit Selbstverständlichkeiten unzulässig ist: Bei der in den letzten Wochen gepflegten Politik der Beruhigung des Greizer Zentrums knirschen jetzt sogar schon Leute mit den Zähnen, die ihr Gesicht für die zitierten Slogans gegeben haben. Dass da Händlern der Kragen platzt, die am Ersten des Monats genug Geld für Kredite, Versicherungen oder Gehälter auf dem Konto haben müssen oder aber jeden Tag mit dem Ende ihrer aufopferungsvoll aufgebauten Geschäfte rechnen müssen, ist kein Wunder.

Den Offenen Brief an den Bürgermeister, den Greizer Gewerbetreibende am Donnerstagnachmittag in Umlauf gebracht haben, war gestern dem einen ungehörig, dem anderen noch zu nett. Da hätten mehr Leute "mit Einfluss" persönlich angesprochen werden müssen, lautete eine Meinung. "Wo sind denn die Unterschriftslisten zu finden?", fragte ein Frau am Telefon, die ihren Namen unter den Offenen Brief setzen möchte, weil sie hofft, dass das beiträgt, den Job ihrer Freundin im Greizer Zentrum zu erhalten.

"Hilfe für die Händler - jetzt!", habe ich zu diesem Thema irgendwo auf Facebook gelesen. Diese Hilfe kann jeder einzelne Greizer leisten, in dem er mal nicht nach Plauen oder sonst wohin zum Einkaufen fährt, sondern vielleicht doch erstmal die Angebote vor der Haustür prüft. Und diese Hilfe sollten die Urheber von Wahlwerbeslogans wie "Wohlfühlstadt für alle Generationen" leisten, indem sie mal nicht die alte Leier mit dem Internethandel als Hauptkonkurrenz der Innenstädte bemühen, sondern im Sinne ihrer eigenen Reklame schauen, dass potenzielle Kunden genauso schnell und unkompliziert im Greizer Zentrum sind wie im Internet.

Marius Koity / 02.08.14 / OTZ

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