Interessengemeinschaft Wirtschaft und Arbeit

Ein Standort für Schule und Kita in Cossengrün

Holger Steiniger (Linke) regt an, dass Stadt und Landkreis Greiz die Probleme mit ihren teilgesperrten Bildungseinrichtungen in Cossengrün gemeinsam lösen. Die Bewohner des Dorfes finden die Idee sehr gut.
 
Bildungspolitsche Debatte auf der Straße vor dem verschlossenen Kita-Tor in Cossengrün, von links Ulrich Zschegner, Holger Steiniger, Jens Geißler und Marlies Jakat. Foto: Marius Koity
Bildungspolitsche Debatte auf der Straße vor dem verschlossenen Kita-Tor in Cossengrün, von links Ulrich Zschegner, Holger Steiniger, Jens Geißler und Marlies Jakat. Foto: Marius Koity
 
Greiz-Cossengrün. Im Greizer Oberland-Ortsteil Cossengrün darf seit einigen Monaten das Obergeschoss der Grundschule und seit einigen Wochen das Obergeschoss der Kindertagesstätte aus brandschutztechnischen Gründen nicht genutzt werden. Würden der Landkreis Greiz als Schulträger und die Stadt Greiz als Betreiberin der Kita ihre Einrichtungen sanieren wollen, müssten erhebliche Mittel aufgebracht werden. "Warum nicht die Kräfte bündel?", fragte da Holger Steiniger, Vorsitzender der Stadtrats- und der Kreistagsfraktion der Linken, bei einer Vor-Ort-Begehung mit anschließender Bürgerversammlung in Cossengrün. An den beiden Veranstaltungen nahmen in der Spitze jeweils über 30 Interessierte teil - nicht nur Mitglieder und Sympathisanten der Linken, die eingeladen hatte, sondern seitens der Stadt Greiz der Erste Beigeordnete Ulrich Zschegner (CDU) und Hauptamtsleiter Matthias Bergmann, IWA-Chef Jens Geißler, Sympathisanten der SPD, der parteilose Ortsteilbürgermeister Alexander Schulze, Schulleiter Peter Heider und die Kita-Leiterin Petra Sachs.

Interessierte fast jeder politischer Couleur

Die Linke brachte die Idee ein, das Schulgebäude auf seinem Gelände um einen zwei­geschossigen Anbau zu ergänzen, der mit der Schule über ein gemeinsames Treppenhaus verbunden werden soll. Kita und Schule könnten entweder getrennt in den beiden Gebäudetrakten untergebracht werden oder die Kleinen in den Erd­geschossen, die Großen in den Ober­geschossen. In der Linken ist man nach groben Berechnungen des Greizer Bauingenieurs Jan Böttcher der Meinung, dass für den Anbau etwa 250"000 Euro reichen würden und dass man bei der Sanierung des Grundschulgebäudes durch die Synergien ebenfalls mit nur 250"000 Euro - statt der Million, die bislang unwidersprochen im Raum stand - klar käme. Einen Gesamtaufwand von 500.000 Euro plus minus zwanzig bis dreißig Prozent" nannte Jan Böttcher unterm Strich. Gegenrechnen könnte man kurzfristig den Verkauf der Kita-Immobilie für Wohnzwecke und langfristig Betriebskosteneinsparungen. Die Idee der Kita und Schule an einem Standort fanden Bewohner der Greizer Oberland-Ortsteiles wie Jan Hädrich und Michael Stockmann sofort sehr gut. Zwar bezweifelten sie, dass 500"000 Euro reichen würden, hielten aber auch die Million als zu hoch gegriffen, doch das größere Problem sahen die Männer darin, dass sich ja Stadt und Landkreis Greiz einigen müssten. "Das ist vom Bürgermeister abhängig", warf jemand in die Runde, die zu diesem Zeitpunkt auf dem Schulhof stand. Einer anderen Stimme zufolge gebe es durchaus Beispiele, wo Kommunen und Landkreis in ein und demselben Gebäude gut miteinander auskommen würden. "Wir können es uns jedenfalls nicht leisten, dass in Cossengrün noch mehr kaputt geht", lautete ein Resümee von Ortsteilrat Dietmar Mecklenburg, bevor es in die Gast­stätte Zur Wühlmaus zur Bürgerversammlung ging. Ortsteilbürgermeister Alexander Schulze sagte: "Es muss so schnell wie möglich eine Einigung, besser eine Entscheidung her, um den Eltern die Verunsicherung zu nehmen." Die jungen Familien im Oberland bräuchten Planungssicherheit. In der Bürgerversammlung war dann weitere Zustimmung für die Idee der Linken zu hören, etwa von Renate Färber, die daran erinnerte, dass sich mit dem Standort in der Dorfmitte die "ganz schönen Probleme" der Kita-Erreichbarkeit im Winter erledigen würden. Zweifel, ob sich denn Platz finden würde für den Anbau, wischte Dietmar Mecklenburg mit dem Hinweis weg, dass man auf dem Lande sei und ma da immer Platz für Kinder finde. Jens Geißler sagte, dass die Stadt das neue Konzept mit einem Teil des Geldes aus der "Mitgift" unterstützen könnte, das Greiz für die Übernahme der"Oberland-Dörfer erhielt. Jürgen Kausch vom Cossengrüner Schulförder­verein war "sehr angetan" von der neuen Idee und warnte die Politik davor, über die Zukunft von Kindern allein mit dem Taschenrechner zu entscheiden. Bei der Vor-Ort-Begehung durften die Interessierten keines der drei betrachteten Objekte - Kita, Schule, Bürgerzentrum - betreten, weil in Einrichtungen der Stadt und des Landkreises Greiz "parteipolitische Veranstaltungen" nicht erlaubt seien. Das fanden Cossengrüner mitunter lächerlich und "schlimmer als zu DDR-Zeiten". Ulrich Zschegner - dessen Fraktion sich im Haus schon umgesehen haben soll - versprach vor dem Kita-Tor, dass er sich dafür einsetzen werde, dass sich jede Stadtratsfraktion ein Bild von den Gegebenheiten in der Einrichtung machen könne.
Marius Koity / 29.07.14 / OTZ

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